Zugfahrt mit Hindernissen

Deutsche Bahn – nie wieder

Beim Abarbeiten der noch offenen Aktivitäten rund um Bilder und Videos von der Nordatlantik-Kreuzfahrt fand ich einen noch nicht veröffentlichten Kurzbeitrag. Sogar nach dem Ende dieser Reise hatte unsere Kreuzfahrt noch einen Höhepunkt. Es war der 16. September 2019. Recht müde verlassen wir unseren Flieger, der pünktlich um 08:10 Uhr in Frankfurt gelandet ist. Bei der Reiseplanung habe ich für den Fall einer pünktlichen Ankunft den ICE 770 direkt vom Flughafen aus nach Kassel vorgesehen. Wegen der Unregelmäßigkeiten im Flugverkehr verzichtete ich allerdings auf eine Sitzplatzreservierung für diesen Zug. Das wird dann sicher auch am Schalter im Bahnhof noch möglich sein, war meine Annahme.

Auf den Anzeigetafeln im Flughafen finden wir sogar noch einen früheren Zug, den ICE 772, der mit Verspätung aus Stuttgart gekommen ist. Wir nehmen die Beine in die Hand und machen uns auf den Weg zum Flughafen-Bahnhof. Treppauf-treppab, Förderbänder, Fahrstühle – ein schier unmögliches Unterfangen. Aber da steht er tatsächlich auf Gleis 5, der ICE 772, der direkt nach Kassel-Wilhelmshöhe fährt. Ab-und-zu ist uns das Glück doch hold. Platz gibt es auch, mehrere Sitze sind ohne Platzreservierungs-Markierung. Geschafft, wir sind auf dem Weg in die Heimat.

Plötzlich, wir verlassen gerade Frankfurt-Hbf, steht ein Mann vor mir und fuchtelt wild mit seinem Handy herum „Verlassen Sie sofort meinen Pltz, der ist reserviert“. Kann ja jeder kommen. Wer weiß, was der gebucht hat. Ich schalte auf stur, schließlich hat die Bahn den angeblich reservierten Platz nicht als solches markiert. Wenige Minuten später taucht er allerdings in Begleitung einer Bahnbediensteten wieder auf. Was sich dann abspielt, reicht mir, um den Rest meines Lebens der DB den Rücken zu kehren, auch wenn der zuständige Minister (oder ist es eine Ministerin?) das Bahnfahren aus Umweltgesichtspunkten kostenlos anbietet. Ohne Einleitung werde ich angebrüllt: „Machen Sie sofort den Sitzplatz frei! Dieser Platz ist reserviert!“ „Woher soll ich das wissen?“ „Das müssen Sie nicht wissen. Er ist halt reserviert. Wir haben da einen kleinen Fehler.“ Diese hysterische Zicke ist Bestandteil des Kundendienstes der DB. Ich komme gerade aus einem erholsamen Urlaub, nach Krawall ist mir im Augenblick nicht, also gebe ich den Platz frei. Für das Chaos bei der DB kann der Herr mit der Handy-Buchung ja auch nichts. Dass ich mit meiner 83-jährigen gehbehinderten Frau allerdings von Frankfurt bis Kassel in der 1. Klasse stehen muss, wird mich ganz sicher nicht angetan sein, die Deutsche Bahn in meine Umweltaktivitäten einzubeziehen.

Unterwegs im winterlichen Hochgebirge

Wir sind wieder in den geliebten winterlichen Bergen unterwegs

Es ist Februar und wir haben in diesem Winter noch immer keinen Schnee gesehen. Viele nennen das Klimawandel, für uns ist es allerdings nur ein zu warmer Winter. Allerdings ist die Vorfreude auf unsere alljährliche Reise in die schneebedeckten Alpen dieses Jahr verständlicherweise besonders groß. Dann ist er da, Sonnabend der 15. Februar. Wie nicht anders zu erwarten, herrscht Hochbetrieb auf der A7 gen Süden, als wir um 10:00 Uhr aufbrechen. Die Autobahn ist nicht nur rappelvoll, nein, auch die zur Zeit grassierende Erneuerungswelle mit unzähligen Baustellen, auf denen natürlich Wochenendruhe herrscht, sorgt für ‚Verkehrsberuhigung‘. Den Höhepunkt bietet die Großbaustelle am Ellwanger Tunnel. Deutsche Autofahrer, harmonisch begleitet von unseren holländischen Nachbarn, sorgen mit ständigen Spurwechseln für das auf den Autobahnen so geliebte ‚stopp-and-go‘. Wie will man auch anders die Raser einbremsen? Wenigstens das Wetter spielt mit. Es ist überwiegend bedeckt mit teilweise sonnigen Abschnitten, aber wenigstens trocken. In gemütliche Fahrt, wir haben ja Urlaub, landen wir um 17:40 Uhr in Bad Tölz, unserem Etappenziel auf dem Weg nach Südtirol.

Der Weg um 18:00 Uhr in ein uns bekanntes Restaurant ist bestens geeignet, die Beine wieder an ihre eigentliche Funktion zu gewöhnen. Nach einem geschmackvollen indischen Essen sind wir um 20:30 Uhr wieder zurück im Hotel.

Wie es sich für einen Urlaubstag gehört, haben wir am 16. Februar lange geschlafen. Erst um 07:30 Uhr sind wir beim Frühstück. Eine gute Stunde später sitzen wir im Auto, um unsere Reise fortzusetzen. Diesmal aber wieder mit einer Neuerung – zumindest für uns. Es gehörte bisher immer zu unserer Urlaubszeremonie, am zweiten Tag unserer Reise nur Landstraßen zu fahren und die ländliche Umgebung und dörflichen Idyllen zu genießen. Die Neuerung in diesem Jahr besteht darin, dass ich das erste Mal in meinem Leben eine österreichische Autobahn-Vignette erworben habe, um den Schikanen örtlicher Geldeintreiber mit ihren anti-europäischen Machenschaften zu entgehen, die Touristen von den Landstraßen auf mautpflichtige Autobahnen umleiten. Österreich als Urlaubsland wird mich nie wieder sehen.

Als wir schon sehr früh, es ist 12:00 Uhr, in Obereggen/Südtirol ankommen führt uns der erste Weg ins Skipass-Büro. Die für eine Woche nötigen Punkte-Karten, um täglich die Gondelbahn ‚Ochsenweide‘ hinauf zur Hütte ‚Epircher Laner‘ nutzen zu können plus Extrakarte hinauf zur Hütte ‚Oberholzer‘, sind schnell erworben – der Urlaub kann starten. Schnell das Gepäck aufs Zimmer gebracht, die festen Wanderstiefel angezogen und wir sind auf dem Weg zum ersten ‚Testlauf‘. In den letzten Jahren beschäftigt uns ja immer wieder die Frage „Reicht die Kondition noch, machen die müden Knochen und Knie noch mit?“ Als wir gegen 15:00 Uhr von dieser kleinen Nostalgie-Tour zurückkommen, sind wir um eine Erfahrung reicher. Die wunderschöne uralte Südtiroler Berghütte ‚Epircher Laner‘ mit ihrer gemütlichen, wenn auch immer überfüllten Terrasse, ist verschwunden. Ein moderner Neubau mit einer riesigen, allerdings trotzdem wieder überfüllten Terrasse, prangt an alter Stelle. Geschäft geht halt vor Gemütlichkeit. Uns sagt dieser Drang zur Zerstörung alter Kulturgüter gar nicht zu. Irgendwann wir dann sicher nebenan ein Museum errichtet unter dem Motto ‚Wie es früher in Südtirol aussah‘. Der Rückweg gestaltet sich trotz der richtigen Schuhe, weil er auch dieses Jahr total vereist ist, schwierig wie immer in den letzten Jahren. Wie gut, dass wir unsere Punktekarte diesem Umstand angepasst haben und unser Guthaben für Auf- und Abfahrt ausreicht.

Als wir zurück sind, gehe ich in die Hotelbar einen Kaffee holen. Ein an der Bar sitzender Mann meint, an mich gewandt ‚Wir kennen uns doch auch‘. Es ist Anton, der Chef des Zirm, in dem wir von 1991 bis 2008, also 17 Jahre lang Quartier hatten. Seit 12 Jahren haben wir uns nicht mehr gesehen und seine Kinder, die ihn begleiten, haben wir noch gar nicht kennengelernt. Vor dem Abendessen (19:00 Uhr), Chefkoch Andreas hat sein Handwerk nicht verlernt, verstauen wir noch das Gepäck in die reichlich vorhandenen Schränke. Das Abendessen ist lecker und Stefan hat natürlich auch einen passenden Wein dazu. Mit Espresso und einem sehr guten ‚Grappa Chardonney‘ beschließen wir dann den Ankunftstag in Südtirol.

Warmgelaufen sind wir. Probleme beim Wandern haben sich nicht gezeigt. Wir starten also zum Winter-Wander-Urlaub in alter Frische. Tag 1 führt uns zunächst nur bis zur „Weigler Schupf“. Bombardino und Jagertee zur Begrüßung und zum Mittag die hier oben berühmten Röstkartoffeln mit Speck und Spiegelei. Hoppla, was ist denn das? Alle Taschen sind leer. Kein Geld eingesteckt, das Portemonnaie steckt noch in der anderen Jacke. Ist das peinlich. Markus der vom in den wohlverdienten Ruhestand getretenen Vater die Hütte übernommen hat, kennt uns allerdings auch. Als ich ihm erkläre, wer wir sind und dass wir im Piccolo bei Stefan wohnen, grinst er nur „bei dem da“. Hinter uns steht Stefan, den ich in Skikleidung gar nicht erkannt habe. Wir erhalten Kredit. Nachmittags ist ausruhen angesagt. Der nächste Tag führt uns dann zunächst wieder zur ‚Weigler‘ – Schulden bezahlen. Wir sind ja auf Nostalgie- und Abschiedstour, also geht‘s dann weiter zu Walter auf die „Ganischger Hütte“. Nach der Abfahrt haben wir noch zwei Stunden Zeit, bis zum wöchentlichen Höhepunkt des ‚Piccolo-Aufenthalts‘. Um 18:45 Uhr gibt es an der Hausbar einen Begrüßungsdrink, danach geht es mit der Kabinenbahn hinauf zur „Epircher Laner Hütte“ – gemeinsames Abendessen auf der Hütte ist angesagt. Das ist Tradition und wird auch in den neuen großzügigen Räumen fortgesetzt. Man plaudert mit den Tischnachbarn und lernt sich dabei etwas näher kennen. Wir sitzen zusammen mit Christian und Nina Weber und ihren Kindern, die wir schon vom Vorjahr kennen. Das Essen schmeckt und ist sehr reichhaltig. Um 21:30 Uhr sind wir pünktlich an der Talstation, wo der Shuttle-Bus auf uns wartet, der uns direkt zum Piccolo fährt. Im Garten hat Stefan dort inzwischen alles gerichtet für einen Glühwein-Punsch am offenen Lagerfeuer. Sehr alt werden wir diesmal aber nicht.

Der Höhepunkt unseres Aufenthalts soll am Mittwoch folgen. Die neu errichtete Bergstation am ‚Oberholzer‘-Lift ist für uns zum Mittelpunkt eines Obereggen-Aufenthalts geworden. Hier oben hat man den weiten Blick über die nahen und fernen Berge, spürt den Trubel auf den Pisten und findet darüber hinaus auch immer einen guten Sitzplatz auf der Terrasse bei freundlicher Bedienung. So sind wir dann von 10:00 bis 14:30 auf Oberholzer-Tour. Wegen der Witterungsbedingen mit Tauwetter am Tag und leichtem Frost in der Nacht – stellenweise sind die Wanderwege tückisch glatt, aber auch aus Konditionsgründen, ändern wir das Programm heute. Auch für den Rückweg nehmen dir die Ochsenweide-Kabine. Nachmittags beginnt es leicht zu schneien.

Natürlich gehört auch der alljährliche Tagesausflug ins Fleimstal (Val de Fiemme) zu unserem diesjährigen Aufenthalt. Die abenteuerliche Fahrt über den Lavazé-Pass ist dieses Jahr besonders heikel, sind doch immer noch Holzfuhrwerke und Räumbagger unterwegs, um die Spuren des verheerenden Orkans von 2018 zu beseitigen. Ohne Aufenthalt fahren wir durch bis Moena. Die Sonne scheint, genau das Wetter für unseren üblichen Stadtbummel. Zunächst heißt es aber mit einem echten italienischen Espresso den Kreislauf anregen, natürlich an alter Stelle im ‚Caffe‘ Moena‘. Danach folgt der Bummel durch die Innenstadt mit ihrer geschmackvollen Winterdekoration. Dann landen wir in unserer Neuentdeckung, dem kleinen Straßencafé des Hotels Faloria. Wir schwelgen in Erinnerungen, genießen unseren ProSecco und die dazu gereichten Tappas. In ausgelassener Stimmung treten wir nach einer Stunde den Rückweg an und beschließen, mangels Hunger, den Stopp im ‚Hennenstall‘ am Karersee diesmal ausfallen zu lassen. So sind wir schon um 14:00 Uhr wieder im Hotel.

Wir sind ja auf einer ‚weißt Du noch?‘-Nostalgie-Tour. So wollen wir auch in diesem Jahr unbedingt noch einmal hoch zur Maierl-Hütte. Über die Weigler Schupf stapfen wir mutig bergan. Herrlich, von hier die sich mit jedem Höhenmeter ändernde Sicht auf den Zanggen zu erleben. Wir lassen es langsam angehen und stehen dann unmittelbar an der ziemlich breiten Maierl-Piste. Einen günstigen Augenblick abgepasst und schon sind wir auf der anderen Seite. Was ist bloß los? Es ist doch erst Freitag, aber alles ist überfüllt. Unsere Getränke holen ich von der Bar im Innenraum – aber auch hier dauert es ewig, bis die Schlange langsam kürzer wird. In der warmen Wintersonne erwischen wir einen Tisch etwas abseits an der Terrassenmauer. Für ein paar aktuelle Bilder stromer ich noch einmal über die riesige Terrasse. In seliger Stimmung treten wir dann den Rückweg an. Die Woche hat gereicht, um alle Stätten unserer früheren Winteraktivitäten aufzusuchen. Wir sind aber auch zufrieden, weil unsere alten Knochen alles mitgemacht haben, was wir uns vorgenommen haben.

Es ist Sonnabend, der 22. Februar, unser letzter Tag in Obereggen. Noch einmal in die Höhe?Eigentlich ist jetzt noch etwas gemütliches gefragt. Ja, da ist ja noch der Weg am Zischghof vorbei zu den Wiesen, auf denen wir, falls die Schneeverhältnisse es zuließen, unsere ersten Langlaufversuche unternommen haben. Also, nichts wie los. Irgendwann verliert sich der Pfad im Gelände, für Spaziergänger geht es nicht weiter. Zur Stärkung vor dem unausweichlichen Kofferpack-Schicksal kehren wir auf dem Rückweg noch zu Kaffee und Kuchen im Hotel Sonnalp ein. Ein kleiner Zweier-Tisch auf der Terrasse hat nur auf uns gewartet.

Wie alle Jahre hat unser Winteraufenthalt in den Bergen zwei Teile. Am Sonntag um 09:00 Uhr geht‘s dann weiter, über Bozen und Meran fahren wir durch den Vinschgau in die Schweiz.

Bei einsetzendem leichtem Regen können wir leider das Erlebnis vom letzten Jahr nicht wiederholen und unsere Mittagspause im Garten vor dem Haus verbringen. Nach unserer Ankunft um 12:30 Uhr in Zernez sitzen wir so im Hotel Selva drinnen, am gewohnten Platz. Nach dem Essen ist es nur noch eine halbe Stunde, bis wir um 14:00 Uhr unser Hotel Belvair in Scuol erreichen. ‚Glück gehabt‘ – ein Platz in der Tiefgarage ist noch frei. Der noch immer anhaltende leichte Nieselregen ist bestens geeignet, keine großen Aktivitäten zu starten. Entspannen, ausruhen und das Gepäck verstauen, damit füllen wir den Rest des Tages aus.

Wie haben wir auf Rückfrage immer geantwortet? „Wir fahren in die Schweiz, um uns vom Urlaub zu erholen!“ Um das zu erreichen gibt es einen festen Tagesrhythmus: 07:30 Uhr Frühstück vom Büfett, 08:40 bis ca. 10:30 Uhr genießen im Thermalbad (drinnen und draußen). Danach mit dem Shuttle-Bus zum Bahnhof und von dort mit der Gondel hinauf nach Motta-Naluns. Der Höhenweg von der Bergstation bis zum Bergrestaurant ‚Prui‘ hat es uns besonders angetan, mit den ständig wechselnden Blicken ins Inntal und hinüber auf die 3.000er des Schweizer Nationalparks. Am ersten Tag nehmen wir nach einem kleinen Imbiss auf der Prui auch den Rückweg noch unter die Stiefel. Mit der Gondel geht‘s dann wieder talwärts. Um 15:30 Uhr kehren wir zurück; rechtzeitig zu Kaffee und Kuchen im Hotel-Restaurant. Beim anschließenden Einkaufsbummel versorgen wir uns mit dem nötigen Proviant für unseren Abendimbiss – Brezel, Käse (rezent) und Rotwein.

Neeeee, ganz so monoton lief diese Woche natürlich nicht ab. Da hatten wir doch im letzten Jahr diesen ‚Italiener‘ entdeckt, bei dem es so leckeren Espresso gab. Also sitzen wir schon am zweiten Tag beim Espresso im ‚Allegra‘. Das Leben kann ja so schön sein. Nach diesem Motto fplgt dann auch prompt noch ein ProSecco, ehe wir um 12:00 Uhr zur Auffahrt mit der Seilbahn aufbrechen. Es ist zwar wolkig, aber trocken, als wir uns auf den Weg nach Prui machen. Wieder sitzen wir auf der Terrasse und genießen die schneebedeckten Berge ringsum. Wir können nicht widerstehen, heute ist ein ‚Holzfäller-Rösti‘ dran. Programmänderung – für den Rückweg entscheiden wir uns für die leichtere Alternative. Es geht mit dem Doppelsitzer-Skilift ins Tal nach Ftan. Leider ist der Bus gerade vor fünf (5) Minuten abgefahren, als wir die Ortsmitte erreichen. Nach einer halben Stunde kommt allerdings der Skibus bis zum Bahnhof Tarasp. Nur leider müssen wir dann dort noch einmal unangenehm lange auf den Bus in den Ort warten.

Klingt so, als ob dieser Aufenthalt in monotonem Einerlei untergeht. Weit gefehlt. Da ist eine Menge Abwechslung drin. Als wir am dritten Tag wieder recht früh aus den Federn krabbeln, zeigt die Landschaft gravierende Veränderungen. Es schneit, die Temperaturen liegen um 0°C. Auf das Morgenprogramm hat das zunächst keinen Einfluss. Nach dem Frühstück genießen wir die knapp zwei Stunden im Thermalbad mit dem anschließenden Aufenthalt im Ruheraum in vollen Zügen. Aber dann. Was ist denn los in der Schweiz? Es ist doch erst Mittwoch und noch nicht Wochenende. Espresso-Genuss fällt aus, das Lokal ist total überfüllt. Dann fahren wir trotz der miserablen Sicht eben hoch ins La Motta. Das gibt es doch nicht – das Riesenrestaurant lässt keine Gäste mehr ein, wegen Überfüllung. Uns bleibt wirklich nur der Rückzug ins Hotel – dort gibt‘s dann endlich unseren Espresso. Die Gelegenheit ist günstig, um für übermorgen einen Spezialaufenthalt in der Therme zu buchen. In der Hauszeitschrift der ‚Belvedere-Hotels‘ hatte ich im Sommer etwas über eine Spezialität des Scuoler Thermalbades gelesen (siehe unten). Das buchen wir für Freitag 10:40 Uhr.

Am Donnerstag ist der ganze Spuk vorbei. Wir spulen unser Tagesprogramm wie gewohnt ab – frühes Frühstück, Therme, Ruheraum, Espresso/ProSecco im Allegra, 12:00 Uhr Auffahrt nach Motta/Naluns. Der Höhenweg ist nach dem Neuschnee gut gespurt und sieht uns dann auch auf dem Weg nach Prui. Für den Heimweg erwischen wir diesmal in Ftan den richtigen Bus, der ohne Umsteigeaufenthalt direkt bis Scuol durchfährt. Für uns dann auch noch die Gelegenheit unsere Selbstversorgung etwas aufzufüllen. Etwas Sorge bereitet uns das morgige Programm. Christa klagt über Herzbeschwerden und befürchtet negative Folgen durch die Anwendungen mit Dampfbad. Wir ändern die Buchung noch um. Ich werde den Genuss allein wahrnehmen.

Dann kommt der Tag mit dem Sonderprogramm. Leider müssen wir eine Menge Zeit totschlagen, bis der Terminplan aktiv wird. Am 28. öffnet sich in der Therme eine Tür, die man sonst gar nicht wahrnimmt. Um 10:40 Uhr betrete ich das Römisch-irischen Bad.

Zitat:

Dem Alltag entfliehen

Wer durch die Marmortür in den Eingangsbereich des Römisch-irischen Bades gelangt, taucht ein in eine wunderbare Atmosphäre aus Wärme, Ruhe und purer Entspannung, umgeben von Marmor, kunstvoll gezeichneten Decken und bunten Glasplatten. Für das Römisch-irische Bad sollte man sich Zeit nehmen. Ein Durchgang dauert nämlich rund zweieinhalb Stunden, ist aber eine Wohltat für Körper und Seele. Der Kreislauf wird sanft angeregt, der Körper entschlackt und das Immunsystem gestärkt. Die feuchte Wärme des Dampfes dringt tief in die Bronchien ein und verbessert die Durchblutung der Atemwege.

Bis 13:30 Uhr durchlaufe ich die gesamte Prozedur mit Dampfbad, Massage, Kaltbad, Sprudelbad und Ruheraum. Abgesehen von den einzelnen Bädern ist es vor allem die Ruhe, die Entspannung bringt. Christa ist währenddessen zu einem längeren Aufenthalt im ‚Normal‘-Bad. Recht spät fahren wir dann noch hinauf und kehren zum Essen im ‚La Motta‘ ein. Bei herrlichem Wetter finden wir sogar einen Platz auf der Terrasse. Bei angeregter Unterhaltung mit anderen Gästen vergeht die Wartezeit, bis das ‚Holzfäller-Rösti‘ serviert wird, wie im Flug. Der Sonnabend steht in meinen Tagebuchnotizen mit dem Stichwort „Standardtag“. Nachmittags wird gepackt und alles Entbehrliche im Auto verstaut. Für die Heimfahrt nehmen wir wieder den Autozug ‚Vereina‘, dann geht es über Bregenz direkt, ohne weitere Zwischenaufenthalte, weiter in die Heimat.

Ein herrlicher Urlaub, der keine Wünsche offenlässt. So gut erholt, können wir das später einsetzende Grippe-Chaos in der Heimat recht gelassen angehen.

Abruptes Ende eines Urlaubs

Treppensturz

Abruptes Ende eines Urlaubs

Hier ist er endlich, der Bericht über unseren Frühjahrsurlaub an der See im Mai diesen Jahres.

Welche Freude, endlich wieder an der See. Es regnet zwar Bindfäden, als wir, meine Frau und ich, in Dagebül an der Nordsee den Fährhafen erreichen. Na, das kann ja lustig werden. Als örtliches Wetter für morgen signalisert mein Handy allerdings: Sonnenschein. „Ach, das glaubst Du? Bist doch sonst so skeptisch bei den Meldungen des Wetterdienstes.“ signalisiert meine Frau gewisse Zweifel. Mit unseren eigenen Fahrrädern landen wir dann auf Amrum. Gepäck ausladen, Apartment einrichten, gemütlich Abendbrot essen. Eigentlich könnte unsere Stimmung nicht besser werden, aber die Ankündigung des Wetterberichtes, dass morgen ein sonniger Tag bevorsteht, lässt schon für den ersten Tag unsere Erwwartungen in die Höhe schnellen. Also früh ins Bett und Energie sammeln für die Erkundung dessen, was sich seit 2013 geändert hat. Es ist dann aber wirklich so, ein Blick aus dem Fenster am folgenden Morgen signalisiert: Fast keine Wolke am Himmel. Leider kann das aber zu diesem Zeitpunkt die allgemeine Stimmung nicht mehr aufhellen.

Fürchterliches hat sich in unserer ersten Nacht auf Amrum ereignet. Zunächst stellt sich mir aber die Frage „Schreibe ich alles auf? Sollte ich das lieber lassen?“ Ich schreibe! Was ist geschehen?

Hilfrufe von außerhalb des Schlafzimmers wecken mich in der Nacht. Es ist 01:30 Uhr. – Die folgenden Ereignisse werden noch lange mein Leben beeinflussen. Auch jetzt, acht (8) Tage später, finde ich nicht die Konzentration, locker in die Tasten zu hauen! – Im Halbschlaf stürze ich aus dem Schlafzimmer in den dunklen Flur. „Aua, aua.“ „Wo bist Du?“ „Hier.“ Ich finde den Lichtschalter und erstarre. Meine Frau liegt dreieinhalb (3,5) Meter tiefer am Fuß der steilen, nur einen Meter breiten Treppe, die in unser Appartement führt. Der Treppenaufgang ist so schmal, dass sie sich nicht einmal ausstrecken kann. Die Beine liegen überkreuz auf den unteren Treppenstufen. So, wie sie liegt, wird es unmöglich sein, sie aufzurichten. Aufrichten? Mit gebrochenen Beinen? Wenigstens ist sie bei Bewusstsein. Vorsichtig versuche ich zu erkunden, was sie bewegen kann. Arme? Beine? Alles scheint intakt. Sie kann alles bewegen. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, ehe ich sie soweit gedreht habe, dass der Versuch sie aufzurichten, Erfolg haben könnte.

Ich lege ihre Hände hinter meinen Hals, um sie so aufzurichten. Aber immer wieder ein „Ich kann nicht! Ich kann nicht!“ Die Kraft ihrer Arme reicht nicht, um sie so aufzurchten. Erst als ich ihr von hinten unter die Arme greife, kann ich sie in die Vertikale heben. Ich weiß heute auch nicht mehr, wie der Rest ablief. Schritt für Schrit steigen wir die Treppe nach oben. Erst als sie im Bett liegt und beginnt wirre Sätze zu sprechen, wird mir bewusst, dass die Angelegenheit ohne Notarzt wohl nicht einfach zu beenden sein wird. ‚Handy‘ – ‚112‘ – ‚Wo ist der Unfallort? Anschrift? Straße? Hausnummer?‘ Was weiß ich, wie die Straße heißt. Ich bin aus der Erinnerung dort hingefahren. Da die Buchungsbestätigung per eMail kam, kann ich im Handy nur nach der Adresse forschen, wenn ich den Notruf unterbreche. Das alles in dieser wahrlich aufregenden Situation. Schließlich habe ich alles beisammen und kann den Notruf erneut kontaktieren.

Es dauert dann nur noch Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Kurz darauf erscheint auch der Notarzt.“Es scheint tatsächlich nichts gebrochen zu sein – ein Wunder.“ Sprachliche Verwirrung läßt allerdings Schlimmeres erwarten. Auf Amrum gibt es keine Unfall-Klinik. „Sie muss aufs Festland!“ „Wie?“ „Wenn wir Flut haben, mit dem Seenot-Rettungskreuzer! Wir klären das ab.“ Intensiv wird telefoniert. Der Rettungs-Sanitäter bemüht sich um die Organisation des Transports, während seine Kollegin meine Frau versorgt. „Alles geklärt. Wir haben einen Hubschrauber organisiert. Die Bundeswehr schickt einen von Borkum.“ Mühsam gestaltet sich noch der Abtransport. Mit der Bahre durch das enge Treppenhaus, eine Unmöglichkeit. Schritt für Schritt, mit tatkräftiger Unterstützung des kräftigen Sanitäters, geht es die steile Treppe abwärts. Erst vor dem Haus kann sie auf der Notliege versorgt und ins Rettungsfahrzeug verbracht werden.

Der Rettungssanitäter überreicht mir noch die Anschrift einer Klinik in Flensburg. „Mehr können Sie jetzt nicht tun. Ich habe einen Rettungshubschrauber der Bundeswehr angefordert. Der kommt aus Borkum.“ Trotz der Turbulenzen im Kopf, muss ich danach wohl vor Erschöpfung eingeschlafen sein. Es ist 04:30 Uhr als ich vom Geräusch eines über unser Feriendomizils donnernden Hubschraubers geweckt werde. Das war wohl meine Frau auf dem Weg in die Klinik auf dem Festland.

Danach konnte ich nicht mehr schlafen. Für einen Anruf bei der Reederei, um meine Rückfahrt aufs Festland zu organisieren, ist es noch etwas früh. Ich mache mich reisefertig und beginne dann unser vor wenigen Stunden erst ausgepacktes Gepäck wieder einzupacken. Um 08:00 Uhr bekomme ich dann Kontakt zur Reederei, wo man mir allerdings wenig Hoffnung macht, schon mit der ersten Fähre auf Festland zurück zu kommen. Verabschiedung von unseren Gastgebern. Schon sehr früh stehe ich dann am Fährhafen. Welch glückliche Fügung: „Wollen Sie mit?“ Ja, ich will und bin dann recht zügig auf dem Weg in die Klinik.

PS. Einen Reisebericht von diesem Urlaub wird es aus verständlichen Gründen nicht geben.

Fremdgesteuert

Warum reicht die Zeit bloss nicht mehr ?

Hallo Leute, falls der Eine oder Andere von mir kontinuierliche Belieferung mit Informationen aus dem Leben eines Senioren erwartet, Entschuldigung, ich bin völlig ‚durch den Wind‘ und habe das Gefühl überhaupt nichts mehr zu schaffen.

Nach dem Unfall meiner Frau im Mai dieses Jahres und dem dadurch bedingten Reiseabbruch, geht es bei uns etwas chaotisch zu. Zumindest ist das mein Eindruck. Alles läuft schief, kein Korrespondenzpartner reagiert korrekt auf Anfragen – Antworten kommen aus Textbausteinen zusammengesetzt, ohne auf den Ursprung Bezug zu nehmen. Ich vergeude meine Zeit überwiegend mit unnötiger Büro- und Schreibarbeit. Überall müssen seitenlange Datenschutzerklärungen ausgefüllt werden – die Papierflut wird immer größer in diesem unserem elektronischen Zeitalter. Ganz zu schweigen von eventuell notwendigen Arztterminen. Auch für eine Fünf-Minuten-Kosultation muss man inzwischen Stunden einplanen. Zu dem, was ich mir eigentlich als ‚das geruhsame Rentnerdasein‘ vorgestellt hatte, komme ich kaum noch. Da liegen angedachte Blogbeiträge, im Rohbau fertige Reiseberichte, Gigabyte Videomaterial und einige Hundert noch nicht aufgearbeitete Fotografien. Es ist soviel, dass ich zunächst eine ‚To-do‘-Liste erstellt habe.

Andere bestimmen, wann ich wofür wieviel Zeit aufzubringen habe. Ich gelobe allerdings Besserung. Zumindest, was die aktuelle Berichterstattung in meinem Blog betrifft. Fremgesteuert – ja, so fühle ich mich.

Kreuzfahrt nach Kanada

Mit MS Hamburg von Hamburg nach Montreal

Viele gute Wünsche begleiten uns, als wir Bekannten von einer bevorstehenden Kreuzfahrt berichten. „Hoffentlich sind die Eisberge nicht zu groß.“ „Oh ja, im Herbst sind die Stürme im Nordatlantik besonders heftig.“ „Seid Ihr denn auch seefest?“

Wir haben uns für eine Kreuzfahrt über den Nordatlantik mit Stationen in Schottland, Island, Grönland, Neufundland, Quebec eingeschrieben. Wir mögen keine Riesenschiffe. Diese Tour geht mit der MS Hamburg und nur ca. 300 gleichgesinnten Personen.

Reiseroute
Stationen der Kreuzfahrt

Es waren vierzehn (14) wunderschöne Tage mit allerdings recht durchwachsenen Wetterbedingungen und dadurch bedingt einigen schmerzlichen Programmänderungen. Angeblich reichten die Ausläufer des Karibik-Hurrikans ‚Dorian‘ bis in den Nordatlantik.

Nach der Rückkehr gilt meine ganze Aufmerksamkeit zunächst den Fotos, die in altbekannter Manier aufbereitet werden. Noch bevor ich mich übers Videomaterial hermache, ist das ausführliche Fotobuch entstanden und jetzt sitze ich bei der Ausarbeitung des Reiseberichts aus den auf den langen Seetagen festgehaltenen Tagebuch-Notizen. Der ausführliche bebilderte Bericht steht hier:

Bericht Kreuzfahrt

Lästige Kunden

Das obige Titelbild zeigt, wie ich mir in einigen Kundenzentren die PC-Tastatur vorstelle. Schließlich gilt es, schnellstmöglich die lästigen Kunden ‚zufrieden zu stellen‘. Wie ich darauf komme? Na, zum Beispiel an Hand des folgenden Vorgangs:
Im November vergangenen Jahres entschloß ich mich zu einer Pauschalreise mit Zuganreise. Warum denn alles immer selbst organisieren? Schließlich gibt es dafür Firmen mit geschultem Personal. In der mir übermittelten Auftragsbestätigung heißt es:

Für die Sitzplatzreservierung unbedingt mitteilen: Vorgangsnummer, Reisedatum und
Uhrzeiten, Personenzahl, Reservierungsstrecke(n) mit Zugnummer(n), 1. oder 2. Klasse. Ohne diese Angaben können wir leider keine Reservierung durchführen!

Die gewünschten Zugverbindungen für die Sitzplatzreservierungen können Sie nach Ablauf der Optionsfrist per Mail an bahnfirst@dertouristik.com senden. Bitte geben Sie im Betreff die 9-stelllige Vorgangsnummer an. Die Platzkarten erhalten Sie
zusammen mit den Reiseunterlagen.

Zeitgemäß geht also am 05.07.2019 um 09:25 Uhr ein eMail an die genannte Adresse:

++++++ Originaltext der Korrespondenz +++++++++++++++++

Betreff: Vorgangs-Nr. 123456789
Bitte reservieren Sie Sitzplätze für:
xx.yy.2019 15:56 Uhr
2 Personen
GÖ-HH ICE 123
1.Klasse (Abteil, wenn möglich)

Antwort um 09:26

Sehr geehrte Damen und Herren,
Entgegen der Katalogausschreibung bieten wir ab 20.2.2019 für BahnFirst (XKL1) Buchungen keine Sitzplatzreservierung mehr an. Die bereits getätigten Sitzplatzreservierungen mit E-Mail Eingang vor dem 19.02.2019 bleiben selbstverständlich bestehen.
Nachträglich eingereichte Sitzplatzreservierungen mit Buchungsdatum vor dem 20.02.19 werden noch vorgenommen.
Für das Angebot BahnPlus nehmen wir nach wie vor Sitzplatzreservierungen in der 1. und der 2. Klasse vor.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Antwort um 12:52:

Sehr geehrter Kunde,
gerne nehmen wir eine Sitzplatzreservierung für Sie vor.
Folgenden Angaben werden dafür benötigt:
Vorgangsnummer,
Reisedatum und Uhrzeit(en),
Personenzahl,
Reservierungsstrecke(n) mit Zugnummer(n),
1. oder 2. Klasse.

Ohne diese Angaben können wir leider keine Reservierung durchführen!
Bitte teilen Sie uns die genauen Zeiten für die Züge mit.

Ich antworte um 14:48

Hallo Frau xyz,
das steht doch alles in meiner Anfrage.

Vorsichtshalber ergänze ich um 14:56

Gerne noch einmal:
Bitte reservieren Sie Sitzplätze für:
Vorgang: 123456789
am xx.yy.2019
um 15:56 Uhr
für 2 Personen
Zugverbindung GÖ-HH ICE 123
1.Klasse (Abteil, wenn möglich)

Der ganze Mist noch einmal um 14:49

Sehr geehrte Damen und Herren,
Entgegen der Katalogausschreibung bieten wir ab 20.2.2019 für BahnFirst (XKL1) Buchungen keine Sitzplatzreservierung mehr an.
Die bereits getätigten Sitzplatzreservierungen mit E-Mail Eingang vor dem 19.02.2019 bleiben selbstverständlich bestehen.
Nachträglich eingereichte Sitzplatzreservierungen mit Buchungsdatum vor dem 20.02.19 werden noch vorgenommen.
Für das Angebot BahnPlus nehmen wir nachwievor Sitzplatzreservierungen in der 1. und der 2. Klasse vor.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mir reicht’s (15:03 Uhr)

Das verstehe ich nicht!!!! Meine Buchung und Bestätigung stammt vom 14.11.2018 und bezieht sich nicht auf einen Katalogeintrag. Die Sitzplatzreservierung ist bereits bezahlt !!!!!
Bekomme ich eine Sitzplatzreseervierung oder nicht?
Erwarte eine kurzfristige Mitteilung.

Nach 5:50 Stunden die erlösende Meldung um 15:15 Uhr

vielen Dank für Ihre E-Mail.
Gerne haben wir Ihre Reservierungswünsche/Daten aufgenommen.

++++++ Ende Originaltext der Korrespondenz ++++++++++++++++

Ich bin gespannt. Noch sind meine Reiseunterlagen nicht eingetrogffen.

Surface-Upgrade

Und es geht doch!

‚Suchet, so werdet Ihr finden‘, ich glaube der Spruch steht in der Bibel. Oft hilft aber auch die intensivste Suche nicht weiter, wie bei der nichtssagenden Bemerkung ‚Ihr PC ist für ein Upgrade nicht bereit‘ bei meinem Surface Pro 4. Dann gibt es da noch den Spruch vom ‚Blinden Huhn‘. Da heißt es dann aber ‚Was mache ich mit dem gefundenen Korn?‘

Ab und zu nehme ich das Surface heraus, um zu sehen, ob es eventuell jetzt bereit ist für ein Funktionsupgrade. Nein, wieder nichts, aber der Akkustand sei niedrig, signalisiert mir ein aufblendendes Fenster. Wie niedrig denn? Ich fahre mit dem Mauszeiger auf das Symbol für den Ladezustand in der Taskleiste. Aha, nur noch 7%, aber was ist denn das? Da ist ja das Symbol ‚Hardware sicher entfernen und Medium auswerfen‘? Ist doch gar nichts angeschlossen. Was steht da? „SDHC-Karte auswerfen!“ ‚Hab ich doch gar nicht!‘ Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Microsoft nennt beim Surface die implementierte interne Speichererweiterung ‚Externer Speicher‘. Darauf musst Du erst einmal kommen, als Computer-Laie.

Stand da in den Erklärungen über Probleme beim Update auf Version 1903 nicht etwas von ‚entfernen Sie alle externen Speichermedien‘? Sollte das etwa der Grund für die Weigerung sein, mein Surface zu aktualisieren? Das Surface hat aber gar keinen Schlitz für SD-Karten. Handbuch her! Doch, gibt’s – auf der Rückseite, nur zugänglich, wenn das Gerät aus dem ‚cover‘ genommen wird. Ja, ja, ist lange her (3 Jahre) und längst vergessen. Also SD-Karte entfernt und Windows neu gestartet. Der Negativbescheid zum nicht möglichen Funktionsupdate erscheint allerdings immer noch. Jetzt will ich es aber wissen – Updatemanager starten und das Update manuell anstoßen. Und, und? Nach einer Stunde ist die ganze Prozedur durchgelaufen und Windows startet in dem mir von den anderen PCs inzwischen bekannten 1903er-Look.

Dann kann der Zusatzspeicher ja wieder an seinen angestammten Platz. Trotzdem ‚Gruß an Microsoft‘ – etwas verständlicher und für Laien nachvollziehbar hätte man diesen Sachverhalt allerdings erklären können.

1903-Funktionsupgrade

Das Chaos geht weiter:
Kein 1903-Update auf Surface Pro 4

Na ja, so ganz problemlos läuft das sogenannte Funktionsupdate von Windows 10 auf die Version 1903 zwar immer noch nicht, aber man kann es in den Griff bekommen.

1. Für das alte Notebook mit Windows 10 Pro in x86-Architektur erscheint das Upgrade-Angebot direkt nach dem Klick auf ‚Nach Updates suchen‘. Leider bleibt es allerdings bei ‚.. Vorbereitung‘ kurz über 70% hängen. Auch nach mehreren Versuchen ist keine Änderung dieses ‚Hängers‘ feststellbar. Dann versuche ich halt den direkten Weg. Der aktuelle Update-Manager ist schnell heruntergeladen und meldet ‚Alles klar‘. Diesmal ist es eine positive Überraschung. Schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit päsentiert sich Windows in der aktuellen 1903er-Version.

2. Beim Desktop-PC und dem neuen ACER-Notebook Swift 3 (beide Windows 10 Home x64) läuft auch alles reibungslos.

kein Funktions-Update
Anzeige unter Windows-Update auf Microsoft Surface Pro 4

3. Natürlich will ich die neue ‚Sandbox-Funktion‘ auch erproben. Also starte ich die Upgrade-Prozedur auch auf dem Surface Pro 4 (Windows 10 Pro x64). Diese Prozedur endet allerdings recht frustierend. Die Microsoft-eigene Hardware verweigert das Upgrade konsequent. ‚Entfernen Sie alle externen USB-Laufwerke!‘ – es sind gar keine angeschlossen. ‚Wir arbeiten daran, warten Sie bis das Upgrade unter ‚Update und Sicherheit‘ angeboten wird.‘ Darauf warte ich jetzt schon wochenlang. Hardware von Microsoft? Bestimmt nie wieder. Dafür ist mir der Support zu dürftig. Wird wohl so enden, wie beim MS Lumia 950 (siehe dort).

Monitor-Farbkalibrierung

Das Chaos geht weiter:
Keine Monitor-Rekalibrierung mit Spyder 5 Pro nach 1903-Update

Ich habe das Rekalibrierintervall im Spyder zwar auf drei (3) Monate eingestellt, aber die scheinen immer kürzer zu werden. Na, ist ja schnell erledigt. Denkste. Keine Re-Kalibierung, keine Neu-Kalibrierung, nicht als Benutzer, nicht als Administrator – der Vorgang bricht mit immer der gleichen Fehlermeldung ab: „Fehler 999“. Hilferuf ans SupportCenter von Datacolor. Das macht Mut, innerhalb kürzester Zeit hatte ich ein Ticket für meine Anfrage und kurz darauf eine detaillierte Anweisung, um das Problem zu lösen:

Anscheinend kommt es auf Ihrem System zu einem Rechteproblem durch das Windows 10 1903 Update. Microsoft hat bestätigt, dass es Probleme dieses Updates mit Farbprofilen geben kann. Microsoft arbeitet hier an einer Lösung.
Sie können folgenden Workaround nutzen:
Bitte deinstallieren Sie Ihre Spyder Software. Nun löschen Sie den Ordner „Datacolor“ von C:\Programme (x86)\
und von C:\Benutzer\IHR BENUTZERNAME\AppData\Local\ (der Ordner AppData kann versteckt sein)
Jetzt starten Sie den Rechner neu. Laden Sie die aktuelle Version für Ihren Spyder von unserer Website: http://goto.datacolor.com/download/s5p100b
Installieren Sie die Version mit vollen Admin Rechten und deaktiviertem Antivirus Programm.
Aktivieren Sie die Spyder Software mit Ihrem Lizenzcode. Führen Sie jetzt eine FullCAL durch.

Also mache ich mich daran, alles zu deinstallieren und zwei ‚DataColor‘-Verzeichnisse zu löschen. Danach folgt die komplette Neu-Installation, natürlich als Administrator, bei ausgeschaltetem Virenschutz. Erfreut stelle ich fest, dass die Neu-Kalibrierung über die Stelle hinausläuft, bei der bisher der Fehler auftrat. Jetzt nur noch das neue Profil speichern! Null Reaktion beim Klick auf ‚Speichern‘, also noch einmal – habe wohl den Speichern-Knopf nicht richtig getroffen. Nein, das war es nicht. Eine neue Fehlermeldung erscheint:

SaveProfileUsingICM.DeleteFile failed [C:\Windows\system32\spool\drivers\color\AcerSwift3-1.icm]
ProfileSupport.cpp 300
32(0x20)

Auch auf die neuerliche Kontaktaufnahme mit dem DataColor-Support wird von dort unverzüglich geantwortet:
Wir haben herausgefunden, dass einige Kunden den Workaround erst nutzen können, wenn der „DisplayEnhancementService“ – Deutsch „Anzeigeverbesserungsdienst“ – in den Windows Diensten deaktiviert wurde. Der „Anzeigeverbesserungsdienst“ wird unter Anderem dazu benutzt die adaptive Bildschirmhelligkeit zu steuern. Darüber hinaus greift der „Anzeigeverbesserungsdienst“ auch auf die Farbprofile zu.

Bitte deaktivieren Sie den „Anzeigeverbesserungsdienst“ in Ihrem Windows System. Starten Sie den Computer dann neu und starten KEIN anders Programm. Führen Sie eine FullCAL Kalibirerung mit vollständige Admin Rechten aus (mit einem rechten Maus-Klick -> als Administrator ausführen statt eines Doppel-Klick auf die Spyder Software).

Wir haben festgestellt das es auf einigen wenigen Windows 10 1903 Systemen nach dem notwendig sein kann die Windows Schnellstart Funktion zu deaktivieren.
https://praxistipps.chip.de/windows-10-schnellstart-deaktivieren-so-gehts_50919

Bitte beachten Sie dass des es sich hier um ein Windows 10 Build 1903 Update (May 2019 Update) Problem handelt. Microsoft hat bestätigt das es Probleme beim speichern, überschreiben, aktivieren, etc. von Farbprofilen nach dem Update auf Windows 10 1903 kommen kann. Microsoft arbeitet hier an einer Lösung.
https://docs.microsoft.com/en-us/windows/release-information/status-windows-10-1903#454msgdesc
Microsoft rät unter anderem das Update auf Windows 10 Build 1903 NICHT manuell zu forcieren.

BITTE prüfen Sie auch einmal folgendes:
Prüfen Sie einmal in Windows 10 auf Updates. Microsoft hat vergangene Nach ein Update veröffentlicht: KB4501375. Installieren Sie dieses (hängt ggf im Bereich von 74% ein wenig läuft aber durch). Führen Sie danach eine FullCAL aus.
Info aus dem Internet zu KB4501375: Behebt ein Problem, das dazu führen kann, dass Nachtlicht, Farbmanagement-Profile oder Gammakorrektur nach dem Herunterfahren eines Geräts nicht mehr funktionieren.

Diesem letzten Rat bin ich zunächst gefolgt, da unter ‚Nach Updates suchen‘ das KB4501375 zur Installation angeboten wurde. Nach dem verlangten Neustart erlebe ich dann eine neue Überraschung. Die Spydermeldung ‚Profil wurde an Grafikkarte übergeben‘ auf, und zwar das während der letzten Kalibrierung erzeugte und beim zweiten Klick auf ’speichern‘ zur letzten Fehlermeldung geführt hatte. Auch die Windows Anzeigeeinstellungen bestätigen ‚Profil ist aktiv‘.

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Interessanter Nebeneffekt nachdem ich KB4501375 auch auf meinem Dual-Monitor-Videosystem installiert habe: Die Spyder-Farbprofile werden jetzt immer und zwar ohne zu stocken in die Grafikkarte geladen. Auf dieses Problem wird auch in den DataColor-FAQs hingewiesen.
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Kein WhatsApp auf Lumia-Handy

 Kein WhatsApp mehr auf Handy mit WindowsMobile.

Was ist das denn nun schon wieder? Beim Öffnen von WhatsApp, ich will mit dem Handy nur schnell meiner Frau ein mit der Spiegelreflex geschossenes Foto ‚rüberreichen, ploppt eine Meldung auf (Bild), die mir auf WindowsMobile das Ende von WhatsApp ankündigt.

WinMobil ist tod
Kein WhatsApp mehr auf Microsofts Lumia-Handys

Das heißt, das einst so hoch gelobte Lumia ist für die Kommunikation nichts mehr wert. Na ja, telefonieren kann man noch damit. Das ginge allerdings auch preiswerter. Was tun? Ich werde ‚WhatsApp‘ abschalten und meinen wenigen Partnern ans Herz legen, notfalls wieder auf eMail zurückzugreifen. Für meine Frau geht das allerdings nicht. Sie hält Verwandtschaft- und Freundes-Kontakte generell mit WhatsApp aufrecht.

Und? Ich habe eine ‚angeborene‘ Abneigung gegen alles, was mit ‚i‘ anfängt. Von Android bin ich allerdings auch nicht begeistert. Was soll’s? Internet-Recherchen bringen es dann an den Tag: ein LENOVO Moto G6 müsste alles abdecken, was meine Frau an ihrem alten Lumia so schätzen gelernt hat. Es soll ja Leute geben, die mit Begeisterung an Soft- und Hardware ‚rumfummeln. Mir ist das praktische Arbeiten an Fotos und Videos allemal lieber. Also los: Moto G6 bestellen, Nano-SIM-Karte als Ersatz für die Mikro-SIM anfordern, Datensicherung des Inhalts der Mikro-SD-Karte, Kontakte und Fotos aufs Google-Konto hochladen (und dabei auch gleich neu sortieren und strukturieren). Schlussendlich noch einen Zettel mit allen notwendigen Daten fürs eMail-Konto und fürs WLAN bereithalten.

Zur Sicherheit werde ich dann später noch die zweite SIM-Karte auf Steckplatz ‚eins‘ einfügen, um gegebenenfalls Zugriff aufs alte Handy zu haben, ehe ich dem Lumia 640 den Todesstoß verpasse.