Archiv der Kategorie: Reise-Freuden

Unterwegs diesseits und jenseits Deutschlands Grenzen

Abruptes Ende eines Urlaubs

Treppensturz

Abruptes Ende eines Urlaubs

Hier ist er endlich, der Bericht über unseren Frühjahrsurlaub an der See im Mai diesen Jahres.

Welche Freude, endlich wieder an der See. Es regnet zwar Bindfäden, als wir, meine Frau und ich, in Dagebül an der Nordsee den Fährhafen erreichen. Na, das kann ja lustig werden. Als örtliches Wetter für morgen signalisert mein Handy allerdings: Sonnenschein. „Ach, das glaubst Du? Bist doch sonst so skeptisch bei den Meldungen des Wetterdienstes.“ signalisiert meine Frau gewisse Zweifel. Mit unseren eigenen Fahrrädern landen wir dann auf Amrum. Gepäck ausladen, Apartment einrichten, gemütlich Abendbrot essen. Eigentlich könnte unsere Stimmung nicht besser werden, aber die Ankündigung des Wetterberichtes, dass morgen ein sonniger Tag bevorsteht, lässt schon für den ersten Tag unsere Erwwartungen in die Höhe schnellen. Also früh ins Bett und Energie sammeln für die Erkundung dessen, was sich seit 2013 geändert hat. Es ist dann aber wirklich so, ein Blick aus dem Fenster am folgenden Morgen signalisiert: Fast keine Wolke am Himmel. Leider kann das aber zu diesem Zeitpunkt die allgemeine Stimmung nicht mehr aufhellen.

Fürchterliches hat sich in unserer ersten Nacht auf Amrum ereignet. Zunächst stellt sich mir aber die Frage „Schreibe ich alles auf? Sollte ich das lieber lassen?“ Ich schreibe! Was ist geschehen?

Hilfrufe von außerhalb des Schlafzimmers wecken mich in der Nacht. Es ist 01:30 Uhr. – Die folgenden Ereignisse werden noch lange mein Leben beeinflussen. Auch jetzt, acht (8) Tage später, finde ich nicht die Konzentration, locker in die Tasten zu hauen! – Im Halbschlaf stürze ich aus dem Schlafzimmer in den dunklen Flur. „Aua, aua.“ „Wo bist Du?“ „Hier.“ Ich finde den Lichtschalter und erstarre. Meine Frau liegt dreieinhalb (3,5) Meter tiefer am Fuß der steilen, nur einen Meter breiten Treppe, die in unser Appartement führt. Der Treppenaufgang ist so schmal, dass sie sich nicht einmal ausstrecken kann. Die Beine liegen überkreuz auf den unteren Treppenstufen. So, wie sie liegt, wird es unmöglich sein, sie aufzurichten. Aufrichten? Mit gebrochenen Beinen? Wenigstens ist sie bei Bewusstsein. Vorsichtig versuche ich zu erkunden, was sie bewegen kann. Arme? Beine? Alles scheint intakt. Sie kann alles bewegen. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, ehe ich sie soweit gedreht habe, dass der Versuch sie aufzurichten, Erfolg haben könnte.

Ich lege ihre Hände hinter meinen Hals, um sie so aufzurichten. Aber immer wieder ein „Ich kann nicht! Ich kann nicht!“ Die Kraft ihrer Arme reicht nicht, um sie so aufzurchten. Erst als ich ihr von hinten unter die Arme greife, kann ich sie in die Vertikale heben. Ich weiß heute auch nicht mehr, wie der Rest ablief. Schritt für Schrit steigen wir die Treppe nach oben. Erst als sie im Bett liegt und beginnt wirre Sätze zu sprechen, wird mir bewusst, dass die Angelegenheit ohne Notarzt wohl nicht einfach zu beenden sein wird. ‚Handy‘ – ‚112‘ – ‚Wo ist der Unfallort? Anschrift? Straße? Hausnummer?‘ Was weiß ich, wie die Straße heißt. Ich bin aus der Erinnerung dort hingefahren. Da die Buchungsbestätigung per eMail kam, kann ich im Handy nur nach der Adresse forschen, wenn ich den Notruf unterbreche. Das alles in dieser wahrlich aufregenden Situation. Schließlich habe ich alles beisammen und kann den Notruf erneut kontaktieren.

Es dauert dann nur noch Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Kurz darauf erscheint auch der Notarzt.“Es scheint tatsächlich nichts gebrochen zu sein – ein Wunder.“ Sprachliche Verwirrung läßt allerdings Schlimmeres erwarten. Auf Amrum gibt es keine Unfall-Klinik. „Sie muss aufs Festland!“ „Wie?“ „Wenn wir Flut haben, mit dem Seenot-Rettungskreuzer! Wir klären das ab.“ Intensiv wird telefoniert. Der Rettungs-Sanitäter bemüht sich um die Organisation des Transports, während seine Kollegin meine Frau versorgt. „Alles geklärt. Wir haben einen Hubschrauber organisiert. Die Bundeswehr schickt einen von Borkum.“ Mühsam gestaltet sich noch der Abtransport. Mit der Bahre durch das enge Treppenhaus, eine Unmöglichkeit. Schritt für Schritt, mit tatkräftiger Unterstützung des kräftigen Sanitäters, geht es die steile Treppe abwärts. Erst vor dem Haus kann sie auf der Notliege versorgt und ins Rettungsfahrzeug verbracht werden.

Der Rettungssanitäter überreicht mir noch die Anschrift einer Klinik in Flensburg. „Mehr können Sie jetzt nicht tun. Ich habe einen Rettungshubschrauber der Bundeswehr angefordert. Der kommt aus Borkum.“ Trotz der Turbulenzen im Kopf, muss ich danach wohl vor Erschöpfung eingeschlafen sein. Es ist 04:30 Uhr als ich vom Geräusch eines über unser Feriendomizils donnernden Hubschraubers geweckt werde. Das war wohl meine Frau auf dem Weg in die Klinik auf dem Festland.

Danach konnte ich nicht mehr schlafen. Für einen Anruf bei der Reederei, um meine Rückfahrt aufs Festland zu organisieren, ist es noch etwas früh. Ich mache mich reisefertig und beginne dann unser vor wenigen Stunden erst ausgepacktes Gepäck wieder einzupacken. Um 08:00 Uhr bekomme ich dann Kontakt zur Reederei, wo man mir allerdings wenig Hoffnung macht, schon mit der ersten Fähre auf Festland zurück zu kommen. Verabschiedung von unseren Gastgebern. Schon sehr früh stehe ich dann am Fährhafen. Welch glückliche Fügung: „Wollen Sie mit?“ Ja, ich will und bin dann recht zügig auf dem Weg in die Klinik.

PS. Einen Reisebericht von diesem Urlaub wird es aus verständlichen Gründen nicht geben.

Kreuzfahrt nach Kanada

Mit MS Hamburg von Hamburg nach Montreal

Viele gute Wünsche begleiten uns, als wir Bekannten von einer bevorstehenden Kreuzfahrt berichten. „Hoffentlich sind die Eisberge nicht zu groß.“ „Oh ja, im Herbst sind die Stürme im Nordatlantik besonders heftig.“ „Seid Ihr denn auch seefest?“

Wir haben uns für eine Kreuzfahrt über den Nordatlantik mit Stationen in Schottland, Island, Grönland, Neufundland, Quebec eingeschrieben. Wir mögen keine Riesenschiffe. Diese Tour geht mit der MS Hamburg und nur ca. 300 gleichgesinnten Personen.

Reiseroute
Stationen der Kreuzfahrt

Es waren vierzehn (14) wunderschöne Tage mit allerdings recht durchwachsenen Wetterbedingungen und dadurch bedingt einigen schmerzlichen Programmänderungen. Angeblich reichten die Ausläufer des Karibik-Hurrikans ‚Dorian‘ bis in den Nordatlantik.

Nach der Rückkehr gilt meine ganze Aufmerksamkeit zunächst den Fotos, die in altbekannter Manier aufbereitet werden. Noch bevor ich mich übers Videomaterial hermache, ist das ausführliche Fotobuch entstanden und jetzt sitze ich bei der Ausarbeitung des Reiseberichts aus den auf den langen Seetagen festgehaltenen Tagebuch-Notizen. Der ausführliche Bericht folgt in Kürze auf

www.bernd-runde.de/reisetagebuch/welt/

Nach Quedlinburg zum Adventsmarkt ‚In den Höfen‘.

Ein Tagesausflug

Na ja, auch Senioren dürfen ‚mal Mist bauen. Es ist April und ein Beitrag über ein Ereignis vom 16.12. des Vorjahres ist noch nicht publiziert.

Was ist passiert? Für den Bummel über den Adventsmarkt in Quedlinburg habe ich nur die kleine Kamera eingesteckt. Die hat leider keinen eingebauten GPS-Tracker. Also wandert der separate GPS-Tracker in die Jackentasche. So brauche ich mir über den Rundgang keine extra Notizen zu machen und kann später alles in Ruhe rekonstruieren. Habe ich gedacht, leider falsch gedacht. Die vom Tracker aufgezeichneten Daten in den verwinkelten Gassen und Höfen der Altstadt von Quedlinburg sind so miserabel, dass sie mir für die spätere Zuordnung zu den Fotos keine wesentliche Hilfe bedeuten. Die Geodaten sind schlichtweg nicht brauchbar.

Fotos, Bericht und Geodaten zu vereinen, war ein so mühseliges Unterfangen, dass ich es immer wieder hinausgeschoben habe. Jetzt ist aber alles in Reih und Glied. Der Bericht ist erreichbar mit Klick auf Adventsmarkt.

Klassentreffen

Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Tatsächlich ist da schon wieder eine eMail im Postfach: „Vergesst den 3. November nicht!“ Ja, der 3. November, das ist dieses Jahr der erste Samstag im November, der Tag an dem wir, die 10. Klasse der Mittelschule (ja, so hieß die damals) Bassum 1955 verabredeten, uns jedes Jahr zum Klassentreffen wieder einzufinden.

Ein Hotelzimmer im Hotel Forsthaus Heiligenberg in Bruchhausen-Vilsen habe ich schon einen Monat früher reserviert, denn das Klassentreffen ist zum festen Bestandteil meines Terminkalenders geworden, auch wenn es immer mit zwei Stunden Autofahrt verbunden ist. Gut geplant und verkehrstechnisch Glück gehabt. Pünktlich zum inzwischen auf die Mittagszeit verschobenen Termin erreiche ich den Treffpunkt. Munter schwirren die Gesprächsfetzen durch den Raum. Man freut sich über jedes Gesicht, das man wiedererkennt und darüber, dass einem auch die zugehörigen Namen noch einfallen. Ich glaube, dass der Hauptzweck solcher Treffen darin liegt, sich zu freuen, dass man selbst noch immer zu dem kleiner werdenden Kreis der Ehemaligen gehört.

Wir essen gemeinsam, plaudern und starten danach zu einem Verdauungsspaziergang und zur Besichtigung der Stiftskirche und des Gemeindezentrums. „Wisst Ihr noch, wie es war, wenn wir uns im Schwimmbad trafen?“ Ja, schön war es. Aber jetzt verkommt dieses schöne Freibad am Rande der Stadt. Natürlich gehen die Gedanken immer wieder zurück in die Zeit vor nunmehr 63 Jahren. Schwer tuen wir Alten uns jedoch, wenn es darum geht, alle Neuerungen als Fortschritt einzustufen.

Als wir uns voneinander verabschieden, klingt dann allerdings oft eine gewisse Skepsis mit beim Gedanken, wer denn nächstes Jahr noch so mobil ist, um am 64. Klassentreffen teilnehmen zu können. Ich komme gerne und werde jede Gelegenheit wahrnehmen, noch lange in Bassum aufzutauchen. Dieser Anlass hat auch noch seine anderen guten Seiten. Der Aufenthalt im „Forsthaus Heiligenberg“, wenn draußen der Herbstwind die Kastanienblätter aufwirbelt, ist Balsam für die Seele und das Essen in historischer Umgebung am knisternden Kaminfeuer, lässt die Welt da draußen vergessen.

Carmen auf der Seebühne von Bregenz

Reisefreudig sind sie, die Bürger von Hann. Münden. Gleich drei mir bekannte örtliche Organisationen bieten den Bürgern der Stadt in lockerer Folge Reisen kultureller Art an, das Bürgerbüro des CDU-Stadtverbands, der Kulturring und das Rote Kreuz.

Bei einem Bummel durch unsere kleine gemütliche Stadt sehe ich im Fenster des CDU-Bürgerbüros eine große Tafel mit dem Jahrsprogramm angebotener Reisen. Leider ist schon alles überklebt mit einer Banderole ‚Ausverkauft‘, bis auf eine Veranstaltung ‚CARMEN bei den Festspielwochen der Seebühne Bregenz‚. Zufall, Fügung? Seit dreißig Jahren fahren wir zweimal jährlich durch Bregenz, den Besuch der Seebühne haben wir dabei nie geschafft. Also melden wir uns an und erhalten auch die Teilnahme-Bestätigung.

Am 06.August 2018 warten wir morgens um 07:00 Uhr frohgelaunt auf den Bus. Schon auf den Reisepapieren haben wir gesehen, dass eine Reihe uns bekannter Mitbürger zu dem erlauchten Kreis der Opernfreunde gehört. Tatsächlich, ‚Hallo‘ hier und ‚Hallo‘ dort. Was ihr auch, wohl verlaufen? – man kennt uns als notorische Individualreisende. Um 07:30 Uhr startet dann unser Unternehmen ‚CARMEN‘. Flott geht’s voran auf der A7 südwärts. Montags, der Fahrer muss besondere Verbindungen pflegen, kein Stau, kein ’stopp’n go‘, keine verstopften Baustellen, wir kommen, entgegen den sonst üblichen montäglichen Chaosmeldungen im Verkehrsfunk, zügig voran und können uns großzügige Pausen leisten. Von dem obligatorischen Procedere, das der Busfahrer einhalten muss, erfährt man ja sonst gar nichts – maximale Fahrzeit pro Tag, alle 2,5 Stunden eine längere Fahrtunterbrechung. Auf dieser Tour geht das alles wohldosiert und exzellent organisiert in kundengerechter Organisation unter – angenehm. Frühstück gibt es aus der Bordküche. Wasser, Kaffee, Tee oder Kakao es ist für alles gesorgt. Bei der Mittagspause kann man getrost auf den Besuch der Autobahn-Raststätte verzichten. Heiße Würstchen, geschmackvoll und mit zarter Pelle, der Busfahrer nutzt seine vorgeschriebene Fahrtunterbrechung, um seine Gäste zu verwöhnen. Spätestens jetzt spürt man, was es heißt, ’nicht selbst planen‘, ’nicht selbst fahren‘, ’nicht selbst organisieren‘.

Niemand klagt über zu lange Fahrzeiten, als wir nach acht (8!) Stunden um 15:30 Uhr ganz entspannt in Lindau am Bodensee ankommen. Freizeit, um die Beine auszustrecken und bei Bedarf etwas zu essen. Trotz brütender Hitze, es sind sicher wieder über 30°C, zieht jeder nach persönlicher Intention los. Die malerische Innenstadt und natürlich der beeindruckende Hafen, umgeben von schattigen Cafégärten – für jeden ist etwas dabei.

Lindau
Malerischer Hafen von Lindau/Bodensee

Pünktlich nach zwei Stunden sind alle wieder, ganz ohne Verluste, am vereinbarten Treffpunkt, um den Bus ins Quartier im nahen Feldkirch/Österreich zu besteigen. Feldkirch liegt im Rheintal südlich von Bregenz und ist nur dreißig (30) Minuten Fahrzeit von Bregenz entfernt. Von unserem Zimmerfenster aus sehen wir das beeindruckende Alpstein-Massiv mit dem markanten ‚Hohen Kasten‘ (1.794 m), unser bevorzugtes Bergwander-Gebiet (Details mit Klick auf Appenzell). Für 19:30 Uhr ist ein im Gesamtpreis der Reise enthaltenes Drei-Gänge-Menü avisiert. Zwischen den Gängen ist reichlich Zeit für angeregte Unterhaltung. Es bleibt aber nicht aus, dass die derzeitigen Wetterkapriolen mit wochenlangen Temperaturen um und über 30°C, sowohl in der Heimat als auch hier in der Bodensee-Region, immer wieder in den Mittelpunkt der Unterhaltung rücken. Es wird spät an diesem Abend. Am nächsten Morgen hören wir, dass es bei einigen ’noch später‘ wurde.

Es beginnt der Tag mit dem vollen Programm laut der  gebuchten Aktivitäten. Nach dem ausgiebigen Frühstück am reichhaltigen Frühstücks-Büfett, das schon ab 06:30 Uhr lecker angerichtet zur Verfügung steht, haben wir noch etwas Zeit, um uns für das folgende Programm zu richten. An anderen Tagen hätte uns eine einstündige Wanderung sicher gut getan, aber bei den auch nachts nicht sinkenden Temperaturen, ist ‚Bewegungslosigkeit‘ sicher die beste Alternative. Um 10:00 Uhr startet der Bus nach Bregenz, wo er uns dann in der Nähe der Talstation der Pfänder-Luftseilbahn ausspuckt. Jeder erhält sein individuelles Ticket für Berg- und Talfahrt, um seinen Aufenthalt auf dem Berg nach eigenen Vorstellungen ablaufen zu lassen. Aufwärts geht es dann, trotz des sommerlichen Betriebs, nach nur kurzer Wartezeit auf den Bregenzer Stadtberg, den Pfänder (1.063 m). Etwas herumwandern (wir waren ja gerade vor acht Wochen hier), eine Kleinigkeit zwischen die Zähne und ein ‚kühles Blondes‘, dann heißt es wieder ‚abwärts‘. Verabredeter Treffpunkt ist in der Nähe des Hafens, den wir dann gemeinsam ansteuern. Es folgt ein leider nicht unter die ‚highlights‘ fallender Programmpunkt. Mit dem regulären Rundfahrt-Dampfer ist eine Rundfahrt durch die Bregenzer Bucht angesagt, die uns in einem großen Bogen an der Seebühne vorbei bis zur Mündung des ‚Neuen Rhein‘ und bis vor die Hafeneinfahrt von Lindau führt. Warum kein Highlight? Das Schiff ist total überfüllt, das Gastronomie-Personal ist so überfordert, dass das bestellte Bier erst fünfzehn (15) Minuten vor der Rückkehr in den Bregenzer Hafen serviert wird (eine Anmerkung: kein wirklicher Grund zu meckern).

Zurück ins Hotel, duschen, ausruhen, umziehen und aufs Abendessen vorbereiten. Es steht der Höhepunkt und eigentliche Anlass für diese Reise an. Um 20:00 Uhr ist Abfahrt. Was wünscht man sich für den Besuch eines Freiluft-Theaters? Natürlich, trockenes warmes Wetter. Und was kriegt man? Der Bus hat noch keine 500 Meter zurückgelegt, da fängt es doch tatsächlich an zu regnen. Wochenlang haben wir bei brütender Hitze auf Regen gewartet. Und jetzt? Eine schwarze Gewitterwolke spannt sich über den Himmel und ergießt ihre Fracht auf die ausgedörrte Erde. Petrus erhört sie aber, die …zigfach gen Himmel geschickten Stoßgebete. Als wir in Bregenz ankommen, ist der ganze Spuk vorbei. Bei dem schier endlos erscheinenden Weg vom Parkplatz bis zur Seebühne wäre sicher ein Teil des Traums vom großen Kulturerlebnis im wahrsten Sinn des Wortes ‚baden gegangen‘.

Um 20:30 Uhr nehmen wir unsere Plätze ein. Wunderbar zentral und erhöht mit gutem Blick auf die Bühne. Was heißt hier ‚Bühne‘? Ein riesiges Gebilde, dessen Vielseitigkeit sich erst später, während der Vorführung, offenbart, schwimmt vor den wie in einem antiken Amphitheater im Halbrund angeordneten Sitzreihen. Die halbe Stunde bis zum Beginn der Vorstellung ist eine angemessene Zeitspanne, um die besondere Atmosphäre dieses vom Wasser des Bodensees umspülten Theaters in sich aufzunehmen. Erst als die Namen der Mitwirkenden verlesen werden, kehrt Ruhe im gr0ßen Halbrund ein. Trotz mahnender Worte und gut sichtbarer Schrifttafel ‚Fotografieren verboten‘ zucken später die Blitze der Kameras und Handys durchs Dunkel der Nacht.

Plakat
Werbeplakat der Bregenzer Festspiele

Es folgt eine Aufführung der Bizet-Oper CARMEN, wie ich sie noch nie erlebt habe. Eine Inszenierung von atemberaubender Dynamik. Ich bin kein Theaterwissenschaftler oder Kunstkritiker, mir gefällt eine Bühnenpräsentation, wenn sich alles ’stimmig‘ in meine Gefühlswelt einbringt. Genuss ist, wenn ich mich wohl fühle. Bei dieser Oper habe ich mich wohlgefühlt. Die gesamte Handlung spielt auf mehreren unsymmetrisch übereinander angeordneten ‚Bühnen‘ und bezieht sogar den Bodensee mit ein. Einzigartige Stimmen. Das gesamte Bühnenbild besteht aus zwei riesigen Händen, die ein Kartenspiel mischen und auf diesen Karten erscheinen Bilder mit Bezug zur Handlung, Großaufnahmen der Künstler und Abbildungen von Spielkarten im Wechsel, immer passend zur jeweiligen Handlung. Das Leben der Schmuggler im der unwegsamen Gebirgslandschaft als Hintergrundszenerie wird in einzigartiger Weise durch akrobatische Handlungen auf und an den im Halbdunkel gehaltenen schwebenden Spielkarten angedeutet. Auch wenn in dieser Inszenierung das Orchester nur über Bildschirme präsentiert wird, runden die Wiener Philharmoniker diese großartige Aufführung vollendet ab. Wie im Flug sind die 2,5 Stunden vergangen, ehe in dramaturgischer Abwandlung Carmen ihr Leben im Bodensee aushaucht.

Wir fahren zurück ins Quartier, wo der Wirt dafür gesorgt hat, dass wir noch einen Schlummertrunk bekommen. Als die neun (9) Stunden Pflichtpause für den Busfahrer um sind, es ist 09:30 Uhr, setzt sich der Bus in Richtung Heimat in Bewegung, wo wir dann sieben (7) Stunden später wohlbehalten und voller positiver Eindrücke eintreffen. Eine Reise, die nicht nur uns gefiel, gut organisiert, gekonnt und harmonisch zusammengestellt, auf der Heimfahrt sind nur positive Kommentare zu hören.

Frühjahrsaktivitäten an der See und im Gebirge.

Noch sind sie aktiv, die Senioren.

Einige Wochen nach den Frühjahrs-Aktivitäten sind jetzt auch alle Fotos bearbeitet und soweit erforderlich ins Netz gestellt. Es wird also Zeit, die Ereignisse der letzten acht Wochen zusammenzufassen.

Der mehrmals verschobene Termin für das im Juni geplante sogenannte „Semestertreffen“ hat in diesem Jahr erherblichen Einfluss auf Termine und Ziele unserer Frühjahrsaktivitäten. Die übliche Nordsee/Ostsee-Fahrrad-Tour schrumpft zu einem Kurzaufenthalt auf der Halbinsel Fischland/Darß/Zingst. Das Wetter meint es gut mit Norddeutschland in diesem Jahr. Wir erleben wunderbare Tage in der Boddenlandschaft östlich von Rostock. Den ausfürlichen Reisebericht gibt es nach Klick auf Reisetagebuch.

Es ist das 57. Jahr nach Beendigung des Studiums in Berlin. Verabredet sind wir in Langenargen am Bodensee. Jetzt, wo wir alle so um die achtzig sind, ist die Zusage der Teilnahme von immerhin noch zehn Ehemaligen eine stolze Zahl. Leider reduziert sich dies bis zum tatsächlichen Treffen auf nur noch fünf. Station machen wir in Langenargen am Bodensee. Von hier aus starten wir mit Partnern zu Ausflügen auf die Insel Mainau, auf den Pfänder bei Bregenz und ins Dornier-Museum nach Friedrichshafen. Den ausfürlichen Reisebericht gibt es nach Klick auf Reisetagebuch.

Geliebte Berge, mögt ihr uns noch? Für uns ‚Flachland-Tiroler‘ sind die Höhen zwischen 800 und 2.000 Meter gerade das richtige Terrain. Auf nach Appenzell. Hier finden wir schon seit Jahren alles, was wir bevorzugen. Gute Wanderwege, hervorragende Luftseilbahnen als Aufstiegshilfen, mit dem Hotel ‚Alpenblick‘ in Schwende ein ausgezeichnetes familiäres Hotel und einen sehr guten Touristik-Service in Form von wirklich brauchbaren Gutscheinen (u. a. kostenlose Verkehrsmittel). Den ausfürlichen Reisebericht gibt es nach Klick auf Reisetagebuch.

Winterwandern 2018

Auch für dieses Jahr haben wir unsere Winterquartiere vorbestellt. Es geht also wieder noch Südtirol und in die Schweiz.
„Na, geht doch noch“, jubeln wir, als wir den 237-Meter-Aufstieg vom Hotel zur Hütte Epircher Laner auf 1.830 Meter geschafft haben. Unser Winter-Wanderurlaub kann beginnen.

Leider ist dieses Jahr das Wetter nicht so beständig sonnig, wie wir es so oft erlebt haben. Alle unsere geplanten Winterwanderungen können wir aber durchziehen. In der Schweiz, im Unterengadin, genießen wir zur frischen Bergluft und ausgiebigen Wanderungen natürlich das prickelnde Gefühl der täglichen Runden im Thermalbad.

Der bebilderte Bericht steht ausführlich in den Reisetagebüchern bereit (hier klicken).