Gestern

Ein tagesaktuelles Rentner-Tagebuch

Was macht er denn eigentlich so den lieben langen Tag, der Rentner? Rumhängen, seine Leiden beklagen und jammern, dass früher doch alles viel besser war? Kann schon sein, dass es solche Typen auch gibt. Ich sitze gerade in meinem gemütlichen Sessel am Fenster meines ‚Arbeitszimmers‘, als mir die Idee kommt, zusätzlich zu den Berichten in meinem Blog und den Reisetagebüchern auch eine Seite mit den tagesaktuellen Kleinigkeiten einzuführen. Am 10. April starte ich also mit den Ereignissen des 09. April.


26. Juni, Freitag
Ich lege mir ein neues Smartphone zu. Für die sich daraus entwickelnde Geschichte erstelle ich einen eigenen Beitrag (siehe Smartphonekauf).

11. Juni, Donnerstag
Nachdem alle PCs mit dem Funktions-Update 10.2004 versorgt sind, ist es die richtige Gelegenheit, auch andere Massnahmen zur Optimierung meiner Systeme zu ergreifen. Den Anfang macht der Video-Desktop. Beide Monitore werden mit dem Spyder5 Pro rekalibriert. Das Angebot die Spyder-Software zu aktualisieren, verschiebe ich auf ’später‘ und führe das Update auf Version 5.5 erst nach der Kalibrierung aus.

Hatte ich gestern nicht verkündet ‚dass alles wunschgemäß läuft‘? Irrtum, ein Netzlaufwerk ist weg „kann Netzlaufwerk nicht finden“. Heute werde ich danach nicht mehr suchen.

10. Juni, Mittwoch
Also, der Mittwoch nach dem 2. Dienstag des Monats: PCs updaten. Der ganze Nachmittag geht drauf, um auch meinen anderen PCs das Funktions-Update 2004 zu verpassen. Das Desktop-System zickt ganz schön, es dauert geschlagene 4 Stunden, bis alles wunschgemäß läuft.

Bei Motorola bin ich fündig geworden auf der Suche nach einem neuen SmartPhone. Mein MS 950 will inzwischen alle 4 Stunden ans Netz. Ich entscheide mich für das neue Motorola Edge. Den Auftrag placierte ich vor einigen Tagen Online direkt auf der Motorola-Homepage. Ein Bestätigungs-Mail mit der Angabe 10-12 Tage Bearbeitungszeit nach klärung der Zahlungsmodalitäten. Da ist ja nicht viel zu klären – Bezahlung per Kreditkarte. Seit 4 Tagen ist es allerdings still um meinen Auftrag. Als ich anfange zu recherchieren, kommen mir alledings Zweifel, ob mein Auftrag wirklich angekommen ist und bearbietet wird – alle Links auf dem Bestätigungsformular laufen ins Leere, die Telefonnummer in der abgegebenen Anschrift führt zu einer Firma, die mit Motorola nichts mehr zu tun hat, da die Sparte vor Jahren verkauft wurde. Endlich habe ich eine eMail-Adresse, bei der ich nach dem Status meines Auftrags fragen kann. Die Antwort beruhigt dann die Nerven, Lieferung erfolgt in 14 Tagen.

09. Juni, Dienstag
Ganz neue Perspektiven. Mein Netbook muss ans Netz, Akku meckert „Ich bin fast leer!“ Immer bei solchen Gelegenheiten prüfe ich, ob eventuell Betriebssystem-Updates anstehen. Da gibt es doch tatsächlich die Meldung „Funktions-Update steht zur Verfügung“, obwohl in USA der Dienstag noch gar nicht begonnen hat. Na, dann mal los. Eine (1) Stunde und das System meldet: „Ihr PC läuft mit Betriebssystem-Version 2004.“

24. Mai, Sonntag
Eine Entdeckung besonderer Art: Beim Aufräumen des großen Videoschnitt-PC entdecke ich alte Tonaufzeicnungen von Live-Kommentaren gemacht bei frühren Reisen. Welche Überraschung, dort finde ich die so sehr vermissten Informationen zur Reise ‚Iberische Küste‘.

20. Mai, Mittwoch
Einkaufen. Diesmal besonders vielseitig. Fast alle Geschäfte haben wieder geöffnet – es gibt also wieder Batterien für die Armbanduhr, Sammelboxen für Zeitschriften.
Seit Tagen löchert mich meine Frau den englischen Brief an eine gute Freundin in Australien zu verfassen – eine gute Nachmittags-Beschäftigung.

19. Mai, Dienstag
„Ich dachte, im Alter hat man Ruhe“, sagte meine Frau, als ich sie um 10:00 Uhr vom Kontroll-Röntgen ihres gebrochenen Fußes von der Klinik wieder abhole. Danach fängt unser Tagesprogramm erst an. Ich setze mich an meine ‚Digitale Dunkelkammer‘ und entwickle die gestern gemachten RAW-Fotos. Als diese dann auf den Media-Server übertragen sind, gönne ich mir einen ruhigen Nachmittag.

Garten, Werkstatt, Büro. Ein paar Handgriffe hier, ein paar Handgriffe dort, mehr ist heute nicht drin.

18. Mai, Montag
Bevor der normale Tagesablauf beginnt, ganz schnell in die ZDF-Mediathek. Der gestrige Film in der TerraX-Serie ‚Welten-Saga‘ war ausgezeichnet. Den lade ich mir herunter, um ihn später noch einmal in Ruhe betrachten zu können, enthält er doch eine ganze Reihe Schauplätze, die ich auf meinen früheren Reisen selbst besucht habe.

Der normale Tagesablauf, was ist das denn in dieser virusgeprägten Zeitepoche? Endlich wieder Eigen-Initiative. Der gestrige Anruf im Restaurant, in dem ich seit über fünf (5) Jahren am Montag nach dem Besuch des Thermalbades einzukehren pflege, brachte die erfreuliche Kunde „Wir haben wieder geöffnet!“. Das heißt für heute, dass nach dem Spaziergang rund um die Bruchseen in Bad Sooden, wieder der ‚Einkehrschwung‘ in der Klosterschänke fällig ist – große Freude, das hat uns die letzten Wochen sehr gefehlt.

Für das am Jahresende fällige „Jahrbuch 2020“ brauche ich natürlich reichlich Bildmaterial. Da liegt es nahe, auch von einem so ‚einschneidenden‘ Ereignis wie dem ‚Krücken‘-Spaziergang, einige Bilder zu schießen. Am Nachmittag müssen die dann auf den ‚Foto‘-PC, wo die Panasonic-RAW-Daten ins DNG-Format gebracht werden, sowie Geodaten und andere wichtige TAGs erhalten.

17. Mai, Sonntag
Ich bin wieder voll engagiert mit der Vollendung diverser Computer-Arbeiten – Bilder umbenennen, kopieren, archivieren, Texte und Listen schreiben.

Auch wenn es zum draußen sitzen zu frisch ist, ist der ganze Tag dem genüsslichen Nichtstun gewidmet. Na ja, da liegen auch noch zwei Fachzeitschriften (PC + Foto), die einige ungelesene Abschnitte aufweisen. Genau die richtige Sonntags-Beschäftigung.

16. Mai, Sonnabend
Gartendienst – gießen, zupfen, beschneiden. An der frischen Luft gibt es immer etwas zu tun. Danach kann ich auch schon die gemütliche Ecke einrichten. Sonne auf der Terrasse, es wird wieder ‚unser‘ Einstieg ins Wochenende. Zieht sich dann auch wieder hin – von 11:00 bis 14:00 Uhr plaudern wir uns durch den Vormittag.

Das ist die richtige Stimmung, um mal zu hören, welche neuen Aspekte für den Betrieb von Gaststätten in Hessen festgelegt wurden. Erfreuliche Kunde, unser Restaurant, in dem wir seit Jahren am Montag einkehren, hat wieder geöffnet. Am kommenden Montag werden wir also nicht nur unseren See-Spaziergang absolvieren, sondern uns für Salat und Flammkuchen auch in der Klosterschänke in Bad Sooden-Allendorf einfinden.

Zwischendurch gibt es noch andere positive Nachrichten. Es klingelt – die Post. Das für Montag avisierte Paket kommt doch schon heute. Auspacken, anschließen – und? Ja, die Lade-LED am NoteBook leuchtet. Im Netzbetrieb kann ich die abgebrochenen Scan-Arbeiten endlich vollenden. Natürlich muss auch auf diesem PC das Windows-Monats-Update gefahren werden. Am späten Nachmittag ist dann auch der Akku wieder voll.

So dicht liegen sie oft beieinander – Gestern Frust, heute Lust.

15. Mai, Freitag
Gleich nach dem Frühstück das Wichtigste: Ergänzend zu Brief und Paket noch die telefonischen Geburtstagswünsche zum 80ten meines Bruders hinter die innerdeutsche Grenze nach Schleswig-Holstein absetzen.

Dann ist der nächste Arzttermin dran. Meine Frau kann den Kopf nicht mehr ohne Schmerzen bewegen – einige Spritzen sollen Besserung bringen, tun sie aber nicht. Wenigstens die Apotheke bietet eine Lösung für den sonst auch noch nötigen Weg in die Stadt an. „Fotografieren Sie das Rezept und schicken Sie uns das Bild per WhatsApp. Wir liefern dann am Nachmittag und nehmen das Original-Rezept mit.“

Es ist Mittag, ehe ich zu einer vernünftigen Arbeit komme. Da geht der Frust dann weiter. In der DHL-Sendungsverfolgung wird die Lieferung meines Ersatz-Netzteil erst für den kommenden Montag angekündigt. Also müssen die noch ausstehenden Scan-Arbeiten ein weiteres Wochenende unerledigt herumliegen – ich hasse sowas.

Das ist wirklich ein Tag für den Mülleimer. An der Fortsetzung der Super8-Szenenliste arbeite ich dann auch wirklich recht lustlos.

14. Mai, Donnerstag
Einfach ‚mal raus. Es gibt eine Stelle zum Einkaufen von frischen Lebensmitteln, die wir gerne, aber sehr selten ansteuern, die Markthalle in Kassel. Trotz Gehbehinderung meiner Frau werden wir diese Einkaufs-Quelle heute ansteuern. Ein gelungener Vormittag.

Zum Hobby komme ich somit nur am Nachmittag. In Erwartung der digitalisierten Spanien-Filme bereite ich eine Schnitt- und Korrektur-Anleitung vor, indem ich die handschriftlichen Notizen, die ich früher zu den S8-Spulen angelegt habe, am PC in die digitale Form bringe. OpenOffice ist mir dabei eine willkommene Hilfe. Läuft doch mal wieder recht zäh, der PC. Ach na klar, es ist schon Donnerstag nach dem 2. Dienstag des Monats Mai – Microsoft Update- und Patch-Tag. Also, alles unterbrechen und Updates fahren.

Beim abendlichen Abfragen des eMail-Postfaches finde ich dort auch schon die Versandbestätigung für das bestellte NoteBook-Netzteil.

13. Mai, Mittwoch
Ich warte ungeduldig auf eine Nachricht über den Versand des bestellten Netzteils für mein DELL-Inspiron 1720 – nichts dergleichen. Ich starte eine Rückfrage. Unverhofft kommt sofort eine Antwort: „Das Teil haben wir nicht vorrätig und können es auch nicht beschaffen. Sollen wir den Auftrag stornieren?“ Ja, sollen sie. Also noch einmal recherchieren wo das Teil denn aufzutreiben ist.

Also doch. Ich finde einen Lieferanten für das gesuchte Teil, der sogar angibt, es vorrätig zu haben. Aufatmen, denn das Notebook will ich noch nicht verschrotten.

12. Mai, Dienstag
Christas Geburtstag. Ein recht unruhiger Morgen – das Telefon steht nicht still und ich warte ungeduldig auf die bestellten Rosen. Rosen werden pünktlich geliefert. Das Telefon steht den ganzen Tag nicht still. Aber während des Sekt-Frühstücks sind wir ein Weilchen ungestört.

11. Mai, Montag
Kalt und regnerisch, die Bauern freut’s, mich nicht. Also sitze ich am PC und aktualisiere Super8- und Video-Listen. Dabei offerieren die Szenenlisten einige Besonderheiten – während der Reise haben wir doch einige Übernachtungen mehr gemacht, als ich aus dem bisherigen Material abgeleitet hatte. Danach sind dann die nächsten EXIF-Daten-Ergänzungen dran – immer nur in kleinen Häppchen. Die fiktiven Aufnahmedaten lasse ich aber zunächst weg, mal sehen was aus dem digitalisierten S8-Film noch abzuleiten ist.

10. Mai, Sonntag
Kein Wetter, um draußen zu sitzen. Das Thermometer steigt nicht über 13°C. Also die richtige Atmosphäre, um die letzten gescannten Bilder zu verbessern und dann mit dem schwierigsten Teil der Bildbearbeitung zu beginnen – Aufnahme-Datum und Geo-Position festlegen und in die EXIF-Daten einfügen.

09. Mai, Sonnabend
Einstimmung aufs Wochenende und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage verheißt nicht Gutes.

08. Mai, Freitag
Zunächst geht die Bestellung des Ersatz-Netzteils raus. Es lohnt sich immer wieder, etwas genauer hinzusehen, ehe man einen Online-Auftrag erteilt. Beim Anbieter mit den seriösesten Zahlungs-Konditionen ist das Teil sogar am preiswertesten.

Alles, was ich in den letzten Tagen probiert und teilweise realisiert habe, stellt mich nicht so recht zufrieden. Mit dem Projekt ‚Reisebericht Iberische Halbinsel‘ habe ich einiges aufgedeckt, was in der Vergangenheit nicht optimal abgewickelt wurde. Für den Zeitraum 1972 bis 1976 gibt es so viele Lücken, dass es zu einer gewaltigen Herausforderung wird, Daten aus Kurznotizen, nicht beschrifteten Papierabzügen, Super8-Filmen und gesammeltem Prospektmaterial zu einem brauchbaren eBook zusammen zu führen.

07. Mai, Donnerstag
Der Tag riecht heute etwas nach ‚Faulheit‘. Die Energie reicht aber für den Weg zur Post – als versichertes Paket schicke ich noch einige meiner Super8-Schätze auf den Weg zu DVF nach Düsseldorf.

Noch einige der gescannten Bilder bearbeiten, ehe mein hoffentlich letzter Arzttermin am Nachmittag fällig ist. Ja, OP-Wunde ist verheilt.

Das kann doch nicht wahr sein. Mitten in der Arbeit, um weitere Negative zu scannen, wird ohne Vorankündigung der Bildschirm schwarz. Dem NoteBook ist kein Lebenszeichen zu entlocken – nicht mit Netzteil, nicht mit Akku, nicht mit Netzteil und Akku. Da ist wohl das Netzteil hinüber und mit den letzten Arbeiten habe ich den Akku leergesaugt. Hoffentlich gibt es für das betagte DELL Inspiron 1720 noch Ersatzteile.

06. Mai, Mittwoch
Wie an allen Mittwochen ist heute zunächst Wochenmarkt- und Einkaufstour dran. Bei zwar niedrigen Temperaturen, aber herrlchem Sonnenschein kümmere ich mich anschließend mal wieder etwas intensiver um die Gartenpflege – das Frühjahr kommt jetz doch mit Macht.

Wenn ich sie nun schon neu entdeckt habe, muss mit den S8-Filmspulen der Jahre 1972/73 auch etwas geschehen. Ich werde sie zur Digitalisierung an das mir bekannte Labor DVF schicken. Für den Versand wird alles gut und sicher verpackt und mit den entsprechenden Transfer-Wünschen versehen. Für den Gang zur Post ist es inzwischen allerdings zu spät.

05. Mai, Dienstag
Das Wetter macht einen ganz passablen Eindruck. Das ist die Gelegenheit vor der Garage die noch ausstehenden Tischlerarbeiten in Angriff zu nehmen.

Ob PhotoShop noch etwas mehr aus den geretteten Bildern machen kann, wird sich heute zeigen. Zunächst will ich natürlich wissen, was in den am intensivsten ausgeblichenen Negativen steckt. Ich gerate nicht gerade in Verzückung, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit verstärktem Mittenton-Kontrast und etwas aufgezogener Gesamt-Sättigung bin ich durchaus zufrieden. Wunder habe ich ja auch keine erwartet. Da ich die Dateien im TIF-Format vorliegen habe, kann ich ja mit Ebenen arbeiten und zerstörungsfrei einige Korrektur-Einstellungen probieren, ohne durch diese Manipulationen das Bild unbrauchbar zu machen.

04. Mai, Montag
Ein kurzfristig angesetzter Arzt-Sondertermin für meine Frau schmeißt unser Vormittags-Programm völlig durcheinander. Die Zeit reicht gerade noch für einige notwendige Einkäufe. Dann ist der Vormittag schon wieder um.

Ich stürze mich auf die noch vorhandenen Negativ-Taschen und bin maßlos enttäuscht – diese Negative, sie sind ein Jahr älter als die gestrigen, weisen fast keine Farbe mehr auf. Dementsprechend präsentieren sich auch die von VueScan gelieferten Bilder recht farb- und kontrastlos. Ob da mehr drinsteckt? Einige Versuche zunächst probehalber nur mit dem „FastStone Image Viewer“ lassen allerdings hoffen, das zumindest Bilder mit ‚Erinnerungswert‘ entstehen könnten. Ich ziehe sie also alle durch, ehe die Scan-Apparatur wieder in der Versenkung verschwindet. Zunächst geht es mir ja wirklich nur um ein paar Bilder für den Nostalgie-Reisebericht Spanien und Portugal 1972 und 1973.

03. Mai, Sonntag
Sonntag ist’s. Also Ruhetag. Buchhaltung prüfen, ein paar Notizen verfassen. Noch einmal in den Bildern für den alten Reisebericht stöbern. Auf der Terrasse etwas von den unerwünschten Pflanzen (nannte man früher Unkraut) zupfen und die Spuren intensiver Amsel-Tätigkeit beseitigen. Gießen und wässern ist heute nicht dran, die letzten beiden Tage sind zwei (2) Zntimeter Niederschlag gefallen – also alles gut durchfeuchtet.

Bei Ruhetag fällt mir ein, dass das Reise-Notebook zur Zeit ja wenig genutzt wird, sicher ist der Akku bald am Ende. Natürlich kann er etwas ‚Nachschub‘ gebrauchen. Nach dem Einschalten, um diesen Sachverhalt zu überprüfen, drängeln sich aber andere Dinge in den Vordergrund: Windows 10 hat schon wieder ein Update-Patch im Angebot, das installierte Calibre meint auch, das es zu alt ist und Java weist ganz dezent auf ein vorhandenes Update hin. Das ist gerade die richtige Beschäftigung an einem Tag, an dem ’nichts‘ los ist.

Allerdings gehen mir dabei die Gedanken, dass ich von einer Reise weder Film noch Bilder habe, nicht aus dem Kopf. So langsam kommen aber immer neue Aspekte aus den Tiefen des Gehirn zum Vorschein: eine Zeitlang habe ich ja in der Vergangenheit nur gefilmt und Dias total verworfen, aber fürs Fotoalbum Bilder gemacht. Intensive Überprüfung fördert dann tatsächlich total ausgeblichene Papierbilder und noch drei (3) nicht digitalisierte S8-Filme ans Licht.

Ob sich daraus allerdings brauchbares Material fürs Reisetagebuch gewinnen lässt, kann nur ein Versuch klären. Wo sind aber die Negative zu den verblichenen Fotos? Hoffentlich habe ich die nicht wegen Platzmangel beseitigt! Ganz tief in den unergrünlichen Tiefen der Foto/Film-Schrankwand finde ich zwei prall gefüllte Ordner mit 342 Negativtaschen à 36 Bilder. Sogar ein Inhaltsverzeichnis ist dabei. Warum fängt das denn aber erst mit Nummer 200 und dem Jahr 1985 an? Das ist doch gar nicht meine Art zu arbeiten! Früher, also im Vor-PC-Zeitalter, habe ich ja viel mit Karteikarten gearbeitet. Wo ist denn der Kasten, vielleicht sind die älteren Bilder dort dokumentiert? Es ist wirklich vieles in Vergessenheit geraten – die Karteikarten existieren und dokumentieren mit aufgeklebten ‚Positiv‘-Bildern den Inhalt der Negativtaschen 001 bis 200. Schnell ist alles durchgeblättert, um für 1972/73 tatsächlich die Negative in 5 Taschen vorzufinden.

Tausende von Dias habe ich bisher gescannt, aber noch nie Negative. Ob mein „Reflecta ProScan 7200“ mit der VueScan-Software das auch bewältigt. Ich bin begeistert über die hervorragende Qualität der Bilder und ziehe gleich einen ganzen Film durch den Scanner. Testlauf erfolgreich absolviert. Morgen werde ich mir die nächsten Negativ-Streifen vornehmen.

02. Mai, Sonnabend
Den Vormittag verbringe ich mit der Aufarbeitung der gestern gefundenen Bilder. So recht zufriedenstellend ist die Aktion natürlich nicht mit dem Wissen um die heute mögliche Bildqualität. Aber was soll aus einem Super8-Bild von 5,7 mm × 4,2 mm schon entstehen?

Vor einigen Tagen fragt mein Neffe: „Hast Du noch altes Bildmaterial für die Festschrift zum 80ten Geburtstag von Papa?“ Mein Bruder begeht im Mai seinen 80ten Geburtstag. Eigentlich wollten wir persönlich erscheinen, aber zu Zeiten von Corona? Außerdem, noch sind die innerdeutschen Grenzen nach Schleswig-Holstein ja geschlossen.

Ja, ich habe Bilder. Noch schnell den Gratulationstext für die offizielle Festschrift verfassen und dann alles schön als ZIP-Datei zum Neffen. Ist zwar ein Riesenpaket, aber die knapp 20 MB gehen flott über die Leitung.

01. Mai, Freitag
Tag der Arbeit. Für einen Rentner, der seine Lebensarbeitszeit schon abgeleistet hat, ein willkommener Anlass zur besinnlichen Rückschau. Also sitze ich wieder an der Aufarbeitung vergangener Reisen.

Das hat mir doch keine Ruhe gelassen mit den fehlenden Bilder – da muss doch Bild-Material aus den 70er-Jahren existieren! Ganz tief in historischen Tiefen finde ich dann tatsächlich drei (3) alte digitalisierte S8-Filme. Die werde ich mir später vornehmen und schauen, ob sich einige historische Standbilder daraus extrahieren lassen. Doch, das hat sich gelohnt. Nach einer guten Stunde habe ich aus den S8-Filmen eine Handvoll Bilder extrahiert, die zum Reisebericht passen.

Angeregt durch die Beschäftigung mit der filmischen Vergangenheit dreht sich natürlich der TV-Abend um die alten Reisen – Portugal und die Kanaren aus der Zeit von vor über vierzig (40) Jahren bereiten uns einen netten Abend.

30. April, Donnerstag
Bloß nicht verschieben – PC aufräumen und das ganze Basis-Material des Baltikum-Videos ‚wiederfindbar‘ archivieren, ist angesagt.

Was sagt die ‚to-do‘-Liste? Als nächstes muss das angefangene Reisetagebuch ‚Iberische Halbinsel‘ vervollständigt und, falls vorhanden, mit Bildern angereichert werden. Also einen Arbeitsplan für diese Aktion erstellen und das Dia-Archiv durchsuchen. Das sieht nicht sehr erfolgversprechend aus. Für die Jahre 1972, 1973 und 1976 existieren nur S8-Filme. Also werde ich mich auf den Text konzentrieren.

29. April, Mittwoch
Schon wieder Mittwoch? Wo ist bloß die Zeit geblieben? Es wird ein halbes Stündchen später, ehe wir wegkommen. Wir spulen unser gewohntes Einkaufs-Ritual ab. Der Rucksack wird immer schwerer. Deutscher Spargel frisch gestochen und Neue Kartoffeln, da können wir nicht dran vorbeigehen.

Nachmittags dann die erlösende Feststellung: Der Film ist fertig. Auf neun (9) Spuren ist alles versammelt, was ich in mühevoller Kleinarbeit zusammen gestellt habe. Ganz schön happig, für die eine Stunde und 17 Minuten Video berechnet der PC fünf (5) Stunden zum rendern. Pünktlich zum Abendprogramm ist er dann tatsächlich fertig, der Full-HD-Breitbild-Film als MP4-Datei. Jetzt muss er nur noch ins andere Zimmer auf den Media-Player beim Fernseher.

Nach weiteren 1,5 Stunden für die Drahtlos-Übertragung kann der gemütliche Abend beginnen. Da habe ich mir aber Mühe gegeben, am Ende der Vorführung ist mein Notizzettel mit eventuellen Reparatur-Hinweisen leer. Sogar den Tonmix ‚O-Ton-Sprache-Musik‘ habe ich diesmal gut getroffen.

28. April, Dienstag
Jetzt jagd natürlich ein Arzt-Termin den nächsten. Eine Stunde der schönen Vormittagsstunden geht wieder mit warten drauf. Noch schnell in die Stadt – natürlich sind Rezepte einzulösen. Dabei vergeht auch die notwendige Zeit, um dann die vorsorglich vorbestellten Tai-Essen abzuholen. Heute bleibt die eigene Küche kalt.
Der Frühling macht Pause. Mittagessen gibt es drinnen. Heute ist leider kein Terrassentag. Vernachlässigt habe ich durch die intensive Arbeit am Urlaubs-Video alle anderen PC-Aktivitäten. Also setze ich mich zur Abwechslung mal an den Büro-PC und erledige die liegengebliebenen Geld- und Konto-Angelegenheiten.
Das TV-Abendprogramm besteht aus zwei aufgezeichneten Filmen ‚Kurische Nehrung‘ und ‚Die Lofoten‘.

27. April, Montag
Hiobsbotschaft nach dem nächsten Arzt-Termin meiner Frau – Mittelfußknochen gebrochen. Nach drei Jahren Gehbeschwerden jetzt diese Diagnose. Gehhilfe, Krücken, Schmerzmittel.

Vielleicht schafft ja die Beschäftigung mit schönen Urlaubserinnerungen etwas Abwechslung. Wir sitzen am PC und sprechen die Kommentartexte des Videos auf. Später bereinige ich die Aufzeichnungen von Versprechern und anderen Störungen, bevor ich alles auf einen einheitlichen Pegel einstelle.

26. April, Sonntag
Der Sonntag ist Hobby-Tag. Eifrig wird geschrieben und recherchiert. Am Ende des Tages ist dann der gesamte Kommentar-Text für das Urlaubs-Video ‚Baltikum-Kreuzfahrt‘ fertig. Es ist doch allerhand zusammen gekommen. Hoffentlich stimmen die Zeiten, einigermaßen zu den entsprechenden Szenenlängen. Alles in Allem sind es 20 Minuten Kommentar für 67 Minuten Film – brachbares Verhältnis, da ich sehr gerne auch nit erklärenden Untertiteln arbeite.

25. April, Sonnabend
Ein ‚Standard‘-Sonnabend. Wir läuten das Wochenende ein. Ein wenig am PC arbeiten, dann startet um 11:00 Uhr unser Plauschtag. Die Temperaturen sind noch nicht sehr vielversprecchend. 10°C sind für einen gemütlichen Vormittag auf der Terrasse etwas wenig. Den obligatorischen Espresso gibt es heute also auf der Couch mit Blick auf die Terrasse. Allerdings ist das eine gute Gelegenheit, um die Vögel draußen an der Tränke und in den blühenden (ja, jetzt schon) Fliederbäumen zu beobachten.
Schon eine Stunde später sitzen wir doch an der frischen Luft. Die Sonne hat für genügend Erwärmung gesorgt. Der Rest des Tages vergeht ohne besondere Vorkommnisse wie im Flug.

24. April, Freitag
Schon wieder ein Arzttermin für meine Frau. Ich nutze die Zeit für einige Erledigungen. Als ich in meiner Werkstatt aufgeräumt habe, sind auch einige ungeliebte Provisorien auf dem Sperrmüll gelandet. Mir fehlt jetzt ein kleiner mobiler Tisch für Arbeiten vor der Tür. Für diesen Tisch fehlt mir aber ein kräftiges Vierkant-Holz. Der Baumarkt hat ja inzwischen wieder geöffnet – also ab und das Fehlende besorgen. Aktion zwei: Nach dem Reifenwechsel am Auto ist die Karenzzeit verstrichen, in der die Radschrauben nachgezogen werden solle. Also auch gleich miterledigen.

Später gibt es noch einen kleinen Höhepunkt: einige wichtige Teilabschnitte am Urlaubs-Video sind fertig. Bildmaterial ist fertig geschnitten und alle Untertitel sind eingefügt, der O-Ton ist bereinigt und in Länge und Lautstärke eingepasst. Die richtige Hitergrund-Musik für die jeweiligen Stimmungen ist aus dem Archiv ausgewählt und ins Arbeitsverzeichnis kopiert.

23. April, Donnerstag
Morgens ganz schnell zur Podolgie. Für den Rest des Tages haben wir uns etwas ganz spezielles vorgenommen. Wir wollen den ausgefallenen Montag nachholen. Wir fahren nach Bad Sooden-Allendorf. Dort gibt es einige schöne flache Wanderwege in der Natur. Es geht rund um die Bruchseen – wir genießen es, auch wenn meine Frau erhebliche Probleme beim Gehen hat. Die Wanderstöcke sind aber eine gute Unterstützung.
Am Nachmittag noch einige wenige Handgriffe am Urlaubs-Video, dann ist der Tag gelaufen.

22. April, Mittwoch
Schon wieder eine Tour zum Arzt. Frau abliefern – warten. Danach geht’s einkaufen. Ist recht voll in der Stadt, um diese späte Zeit – nur wenige tragen eine Atemschutzmaske.

21. April, Dienstag
Keine Termine, keine sonstwie geplanten Aktivitäten. Was für ein Tag? Das heißt aber auch ‚keine Störungen‘. Genau die Atmosphäre, die ich benötige, um die Kommentare für das Baltikum-Video zu verfassen. Ab 08:30 Uhr sitze ich also am PC und formuliere den Begleittext zu Bildern und Video-Sequenzen. Zunächst nur bis 10:00 Uhr, danach noch eine halbe Stunde Hintergrundmusik einpassen. Das war der Vormittag.

Wo gehören denn die diversen an verschiedenen Orten mit dem Handy aufgenommenen Orgel-Aufzeichnungen hin? Suchen, finden, überspielen. Jetzt ist auch der Nachmittag futsch. Na ja, ist ja Hobby.

20. April, Montag
Auch das muss es geben. Meine Frau hat fürchterliche Schmerzen beim Gehen. Also auf zum Hausarzt. „Das dauert aber etwas länger.“ Na ja, das kennt man. Ich mach mich auf den Heimweg. So rechter Drang, mich auf irgendeine Aktivität zu stürzen, will allerdings nicht aufkommen. Also zunächst ‚mal das Postfach prüfen. Überraschung – eMails von der lieben Verwandtschaft. Großnichte und Großneffe nutzen die freie Zeit der Corona-Untätigkeit, um mal wieder etwas Post zu erledigen. Freudig erregt bekommen sie auch gleich liebe Grüße retour.

So, jetzt aber. Da liegt der halbfertige Bericht mit noch immer fehlendem Titelfoto vom letzten Herbsturlaub. Gut in Stimmung vollende ich auch dieses Werk und stelle es unter ‚Kurlaub‘ in meinen Blog „senioren-freuden.de/blog“ ein.

Nach drei (3) Stunden meldet sich dann meine Frau: „Kannst mich abholen.“ Mittagessen, Mittagspause. Ob ich? Na klar, ein paar kleine Eingriffe ins Urlaubs-Video sind auch noch drin. Gibt dem Tag doch gleich einen weiteren positiven Kick.

19. April, Sonntag
Eine nette Abwechslung. Die Natur hat sich ‚mal wieder selbst geholfen. Es hat nachts geregnet, und zwar recht heftig. So fällt heute nicht einmal Gartenarbeit an.

Gleich nach dem Frühstück sitze ich am PC und widme mich dem komplexesten Teil der Video-Barbeitung, der Vertonung. Für die Sankt-Petersburg-Sequenzen habe ich einige zusätzliche O-Ton-Aufzeichnungen, die ich versuche, passgerecht in Länge und Lautstärke an den passenden Stellen einzupflegen. Dabei geht der Vormittag drauf.

Den Rest des Tages widme ich wohliger Sonntagsruh in der Wärme der strahlenden Frühjahrssonne.

18. April, Sonnabend
Nach den obligatorischen Tagesaktivitäten – dazu zählen auch die täglichen Routine-Einträge im Blog, nutze ich die Zeit bis zur Wochenend-Eröffnungs-Zeremonie mit weiteren Arbeiten am Reisevideo. Für die Eröffnungs-Sequenz ‚Newa-Bootsfahrt‘ in Sankt Petersburg brauche ich etwas mit leichtem russischen Anklang.

Das ist ja gemütlicher, als früher unser Wochenend-Espresso beim Italiener, in der Vor-Corona-Zeit. Drei Stunden sitzen wir wieder gemütlich an der frischen Luft und genießen Espresso, ProSecco mit Tappas und ein kleines Mittagessen.

Nachmittags unterbreche ich die entspannende Genussphase auf der Terrasse und ’stürze‘ mich auf zwei weitere Pflanzkübel, um sie von Moos und unerwünschten Ablegern (der Flieder will sich immer vegetativ vermehren) zu befreien und mit Dünger für die bevorstehende Blütezeit zu versorgen.

17. April, Freitag
Einer der Wochentage, an denen keine Standard-Termine anliegen. Zeit also, richtig am Reise-Video weiterzuarbeiten. Neben der Integration von Hintergrundmusik im richtigen Lautstärkemix muss ja auch noch der Kommentartext verfasst werden.

Als es dann so richtig angenehm warm wird, kann ich mich endlich auch um die Aufarbeitung der Gartenstühle kümmern. Die Teakholzlehnen haben über Winter trotz vorheriger Imprägnierung Schimmel angesetzt. Schmirgeln mit 60er Schmirgelpapier beseitigt diese Spuren. Ölen an einem schattigen Plätzchen und schon wieder ist eine unangenehme Arbeit erledigt.

Zwischendurch bleibt genügend Zeit, das gerade erschienene CAPITAL 05/2020 intensiv durchzulesen. Anders als sonst, schaffe ich diesmal das ganze Heft an einem Tag.

16. April, Donnerstag
Schön, ein Sonnentag nach dem anderen. Nur die Pflanzen mögen das gar nicht. Pfeffertrocken ist die Erde in den Pflanzkübeln mit Forsithien, Kiefern, Rosen und Flieder, die meine Terrasse ziehren. Nach dem Frühstück stehe ich dann also mit dem Gartenschlauch draußen und bereite meiner grünen Oase Freude.

In der Terrassenbepflanzung gibt es immer einige Pflanzen, die einer Sonderbehandlung bedürfen. Zwei Fliederbäume haben ganz schön Ableger ausgetrieben, die müssen weg. Dabei entferne ich auch die oberste Erdschicht im Kübel, in der sich Gras, Moos und anderes unerwünschtes Kraut angesiedelt hat. Danach kann ich den Kübel mit Dünger versorgen und Gartenerde auffüllen.

Zwischendurch ist totale Entspannung angesagt – ich faulenze und genieße den herrlichen Frühsommertag, den uns der April beschert. Am Nachmittag sind auch noch einige weitere Aktionen an der Vertonung des aktuellen Videos fällig.

Himmel auch, völlig übersehen, gestern war Microsoft-Patch-(Update)-Tag. Also ist der Nachmittag wieder am PC fällig. Es dauert seine Zeit, bis alle vier (4) PCs ihr kumulatives Update verarbeitet haben. So ganz nebenbei fallen dann auch noch Updates für Java, FireFox, Calibre, GeoSetter und InfoGucker an.

15. April, Mittwoch

Gestern war Dienstag, der zweite Dienstag in diesem Monat. Das heißt für jeden Windows-Nutzer ‚Computer aktualisieren‘. Noch vor dem eigentlichen ‚außer Haus‘-Mittwochsprogramm holt der erste PC seine Update-Patches aus Seattle.

Mittwoch, das ist bei uns Einkaufstag. In der Stadt ist es der Markttag. Das heißt, es ist ein geschäftiger Vormittag. Jetzt kurz nach Ostern wird in der Stadt sicher der Teufel los sein. Also recht früh los. Trotz des frühen Aufbruchs ist es 10:30 Uhr als wir zurückkehren.

Es klingelt an der Haustür. „Ihr Auto stört, das muss vom Hof!“ Die für gestern angesagten Gerüstbauer brauchen Platz. Unser Haus bekommt ein neues Dach. Die seit zwei Jahren angekündigte Dachsanierung soll jetzt wohl wirklich beginnen. Also schnell auf den Hof und das Auto in Sicherheit bringen.

Etwas Zeit bleibt mir dann noch, um im Archiv nach geeigneter gemafreier Vertonungs-Musik für mein Video zu suchen. Ach ja, da sind ja auch einige unterwegs aufgezeichnete O-Ton-Passagen, die werde ich auch gleich bearbeiten. Mal hören wie die klingen. Gar nicht – Grabesstille. MAGIX Video deluxe gibt diese Dateien nicht wieder. Komisch. Sollten die mit einem so verrückten Codec kodiert sein, den das Videoschnitt-Programm nicht kennt? Na, dann prüfen wir das doch ‚mal. Die sind gar nicht codiert, aber nennen sich MP3. Trotz der unter Windows üblichen Warnung, ändere ich den Suffix von .mp3 in .wav. Neuer Versuch. Tatsächlich, jetzt kann auch mein MAGIX-Programm mit den Ton-Schnippseln etwas anfangen.

Ja, was macht denn ein Rentner so den ganzen lieben Tag? Na, eben sowas! Danach mache ich es mir auf der Terrasse bei eitel Sonnenschein mit Kaffee und Kuchen gemütlch und genieße die nachmittäglich Ruhe – die Gerüstbauer werkeln ja auf der anderen Gebäudeseite.

14. April, Dienstag
Gleich nach dem Frühstück mit hängender Zunge ab zum ‚Onkel Doktor‘, der will nach einer Woche der ‚Selbst‘-Wundversorgung sehen, wie sich das Loch auf meiner Schulter verändert hat. Er ist zufrieden. Wenn keine Verschlechterung eintritt, letzte Kontrolle in drei (3) Wochen. Nach 1,5 Stunden, trotz festem Termin erst wieder an der frischen Luft.
Bei einer Kontrolle stelle ich fest, dass in meinem Blog das Gästebuch gar nicht vorhanden ist. Lange Fehlersuche bringt keine Erkenntnisse. Gästebuch ist weg. Recherche in meinen alten Protokollen fördert auch keine neuen Erkenntnisse zu Tage. Neu-Installtion eines Plug-In-Gästebuchs in WordPress. Es ist inzwischen 16:00 Uhr – für weitere konstruktive Aktionen ist mir die Lust vergangen.
War wohl nichts mit ‚Lust vergangen‘. Mein Postfach läuft über. Habe an so vielen Stellen gearbeitet, dass keine Zeit blieb, ‚mal in den Posteingang zu schauen. Lesen, aufräumen, archivieren und löschen – eine ganze Stunde ist dafür draufgegangen.
Am Abend lief dann tatsächlich ein akzeptabler Naturfilm im Fernsehen – Der Saguaro-Nationalpark. Mit dem Film ‚Vancouver Island‘ aus meiner Privat-Mediathek klingt dann die gemütliche Abendstunde aus.

13. April, Ostermontag
Welch ein Schock. Es ist kalt geworden, um nicht zu sagen ‚eiskalt‘. Das Thermometrer zeigte 7°C, als ich wegen des immer noch nicht eingetroffenen Regens die Pflanzen draußen versorge. Danach ist dann Büroarbeit angesagt – schließlich ist der Text für den Blog-Beitrag ‚Gestern‘ fällig.
„Du, die Amseln!“ der Aufschrei meiner Frau reist mich aus meinen Gedanken. Die Terrasse hat ihr Alltagsgesicht wieder. Erde, Pflanzenreste und die obligatorischen ätzenden weißen Flecken. Die Amseln haben innerhalb von Minuten aus meiner gepflegten Garten-Idylle ein ‚Naturparadies‘ geschaffen. Naja, Rentnerlos eben – fegen, spritzen und dann wieder die Erde in einigen Kübeln mit feinmaschigem Netz bespannen.
Nach einem weiteren leckeren Osteressen gehört der Nachmittag der Entspannung, abgesehen von einigen Internet-Recherchen nach Detailinformationen zum Baltikum-Video.

12. April, Ostersonntag
Na, dass sieht aber nicht sehr verheißungsvoll aus. Der Himmel ist leicht bewölkt, auch wenn es nicht nach Regen aussieht. Das ist eigentlich die Gelegenheit, um die letzte Kübelpflanze umzutopfen. Die hat schon letztes Jahr nicht mehr ihre ganze Pracht entfaltet, weil ihr der Topf zu eng geworden ist. Also ran, austopfen, teilen, eintopfen und vorsichtshalber in einem zweiten Topf noch einen Ableger eingesetzt. Kurz darauf ist auch schon alles wieder gesäubert und für einen weiteren Tag im Freien hergerichtet.

Es brennt unter den Nägeln. Wenigstens noch ein paar Restarbeiten am Video möchte ich erledigen. Teile des Titels brauchen einen neutralen Hintergrund und im Abspann fehlen noch Textteile. Na, wenn ich schon dabei bin, dann kann ich auch noch im Archiv nach geeigneter Hintergrund-Musik suchen. Oh, ja, mit der Suche nach ‚Schiff‘ und auch ‚Sankt Petersburg‘ finde ich in meiner reichhaltigen Vertonungs-Bibliothek einige ansprechende Stücke, die noch nicht in anderen Filmen verwendet wurden. Damit ist der Vormittag auch schon vorbei. Auf dem Tisch steht ein reichhaltiges und ansprechendes Osteressen.

Am Nachmittag kommt dann tatsächlich die Sonne wieder zum Vorschein und bei 25°C im Schatten und das ganz ohne Wind, lässt sich der Rest des Tages noch recht angenehm draußen verbringen. Später mache ich mich dann noch für eine Stunde an die Abfassung eines brauchbaren Kommentat-Textes heran. Davor graust es mir immer, bin halt kein Poet, der alles in blumiger Sprache ausdrückt.

Das ausgiebige und aufwendige Osteressen findet allerdings im Esszimmer statt. Er sieht nicht nur lecker aus, er schmeckt auch vorzüglich, der erste Spargel aus deutschen Landen mit auf den Punkt ‚medium-rare‘ gebratenem Filet. Der hervorragende Spätburgunder Weißherbst aus dem kleinen Schwarzwald-Dorf Sasbachwalden rundet den Genuss ab. Ja, wir lieben es in gediegener Atmosphäre zu essen und nicht im Stehen das sogenannte ‚fast-food‘ zu verschlingen.

Nachmittags finde ich sogar noch Zeit, einige Vorbereitungen für die Vertonung meines Video zu treffen. Abends ist es dann wieder Zeit einen Film aus meiner privaten Mediathek ‚auf den Riemen‘ zu legen.

11. April 2020, Ostersonnabend
Das späte ‚Zu-Bett-gehen‘ gestern Nacht gerechtfertigt auch ein etwas späteres Aufstehen. Nach der Routine ist die Versorgung der Terrassenblumen dran. Apropros Routine, die hat am Sonnabend einen ganz besonderen Aspekt. Den Vormittag verbringen wir üblicherweise mit Einkäufen auf dem Wochenmarkt und dem Besuch des Restaurants ‚Antico‘ für einen guten italienischen Espresso. Zur Zeit ist ja alles etwas anders. Den Wochenmarktbesuch haben wir schon am Mittwoch erledigt und Restaurant? Geht nicht, von Amts wegen geschlossen wegen Covid-19-Epedemie (volkstümlich Corona-Krise). Die Espresso-Stunde ist familienintern für 11:00 Uhr angesetzt. Die Zeit bis dahin sitze ich also wieder am PC – Vorbereitung der abschließenden Szenen über die Heimreise durch den Nord-Ostsee-Kanal.
11:30 Uhr unser Wochenende beginnt. Auf der Terrasse mit ausgefahrener Markise gegen den gleißenden Sonnenschein stehen die gefüllten Espresso-Tassen jeweils mit einem Gläschen von unserem Lieblings-Calvados auf dem Tisch. Herz was willst Du mehr? Dafür haben wir vierzig (40) Jahre lang gearbeitet und gespart – Lebensabend genießen, auch wenn die Welt da draußen gerade in ihrem selbsterzeugten Chaos versinkt. Massenveranstaltungen, Klamauk, brauchen wir nicht. Wenn man sich nach nun fast 60 gemeinsamen Ehejahren nicht immer etwas zu erzählen hat, auch Schweigen kann Harmonie ausdrücken. Nach einiger Zeit wird die Tischdekoration erweitert. Der kühl gestellte ProSecco mit den entsprechenden Gläsern nebst einigen Knabbereien vervollständigen das verführerische Gesamtbild. Wer weiß, wann ein solcher Tag ‚mal wieder vorbeischaut? Bleiben wir doch einfach sitzen, genießen den Blick in den nahen Wald, in dem gerade die Birken mit zartem Grün einen Hauch von Frühling in die Landschaft zaubern. Schnell ist dann der Tisch abgeräumt, um Platz zu schaffen für Geschirr und Leckereien des anschließenden Mittagsessen. Nach über drei (3) Stunden beschließen wir schließlich diesen Wochenendauftakt zu beenden. Etwas Zeit bleibt ja noch, um nachmittags am Urlaubs-Video zu arbeiten, mit der Schluss-Sequenz ‚Heimfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal‘, auch der Titel und der Abspann erfordern noch etwas Nacharbeit.
Das Abendprogramm beginnt um 20:15 Uhr, diesmal mit echtem Fernsehen. Phönix bringt einen hochinteressanten Iran-Film und anschließend noch Berichte über Straßen auf dem ‚Dach der Welt‘.

10. April 2020, Karfreitag
Das habe ich doch gestern noch vergessen, während der Morgentoilette muss meine Frau die Wundversorgung einer Operationswunde auf der Schulter vornehmen, nachdem ich geduscht habe. Ist inzwischen aber schon Routine. Nur sehr zögerlich schließt sich seit sechs (6) Monaten das Loch.
Ansonsten war das ein ganz ruhiger Tag. Die Sonne schien, die Temperatur war angenehm. Auf der Terrasse ist alles aufgeräumt und sauber. Nach dem Frühstück also nur kurz die Pflanzen in den 25 m Pflanzkübeln versorgt, die meine Terrasse einrahmen. Schade, dass im hellen Sonnenschein so schlecht vernünftig mit dem Notebook gearbeitet werden kann – es ist einfach zu hell draußen.
Abgesehen von den Mahlzeiten und meiner Mittagsruhe verbringe ich die Stunden am PC mit der Bearbeitung des Reisefilms. Nach Klaipeda war die Sequenz Danzig dran.
Freitags läuft im Fernsehen, abgesehen von Reisedokumentationen, die einzige (!) brauchbare Abendsendung – ‚Riverboat‘ aus Leipzig auf MDR. Das wird immer eine lange Nacht, da erst um Mitternacht Sendeschluss ist.

09. April 2020, Gründonnerstag
Also los. Was wollte ich denn heute machen? Ach ja, die Terrasse von Laubresten und von der von den Amseln rausgewühlten Erde befreien. Fegen geht nicht, die Platten liegen auf Lücke hohl auf Abstandshaltern mit freier Ritze, da würde sich alles festsetzen. Dafür habe ich den alten ausrangierten Staubsauger in Bereitschaft – da kann er noch nützlich sein. ‚Wo isser denn?‘ Natürlich den habe ich nach der Garagentor-Erneuerung in der Garage gelassen. Nach dem Winterurlaub muss das Auto ja noch vom Winterdreck befreit werden. Also Plan ändern. Erst mal das Auto innen saugen. Ging ja ganz flott. Jetzt ist er innen sauber und außen dreckig. Wetter soll ja trocken bleiben. Eine gute Gelegenheit, das Auto auch einer Außenwäsche zu unterziehen.

„Schatz, ich fahr mal schnell in die Aurtowaschanlage. Hoffentlich ist so kurz vor Ostern nicht zu viel Betrieb da.“ „Wenn du in die Stadt fährst, geh doch gleich bei der Apotheke vorbei mein Merdikament holen.“ „Ja, mach ich.“ „Wenn Du schon zur Apotheke gehst, dann bring doch auch meine neue TV-Zeitung mit, kommst ja am Laden vorbei.“ „Haben denn die Zeitschriften-Händler geöffnet während der Corona-Sperre?“ „Weiß ich auch nicht.“ Na ja, was soll’s? So komme ich wenigstens zu ein paar Schritten an der frischen Luft.

‚Oh, da sind ja ein paar Parkplätze frei!‘ Blitzschnell entschieden nach der TV-Zeitung im Supermarkt zu schauen. Der hat auf jeden Fall geöffnet. Atemschutzmaske aufgesetzt und schnellen Schrittes durch den Laden zum Zeitschriften-Regal. Geld abgezählt in der Hand bin ich schon nach einer Minute wieder draußen. ‚Scheißmaske‘. Ständig muss ich die Brille abnehmen, da sie mir vom eigenen Atem beschlägt. Weiter in die Stadt – ‚vergiss bloß die Apotheke nicht‘. Vom innerstädtischen Parkplatz sind es einige Hundert Meter zur Apotheke. Ich habe mich nun ‚mal entschlossen, bei Aufenthalten in der Nähe anderer Personen diese fürchterliche Schutzmaske zu tragen. Aber bis kurz vor der Apotheke schiebe ich sie nach unten, es ist ja keine Mensch zu sehen weit und breit. Ach Du meine Güte. Die Apotheke ist zur Anti-Viren-Festung umgebaut. Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden, getrennte Gehbereiche für Eingang und Ausgang, am Ende der Schleuse eine Handdusche mit Desinfektionsmittel und dem unmissverdtändlichen Hinweis ‚Haben Sie sich desinfiziert?‘. Das Apotheken-Personal verbirgt sich hinter spuckeabweisenden Plexiglasscheiben. Wunsch vorgetragen, Medikament erhalten, bezahlt. Der Vorgang hat nicht so lange gedauert, wie sich diese Schilderung liest.

Die Autowäsche geht auch recht zügig über die Bühne. Sind nur zwei Wagen vor mir. Was heißt hier zügig? Unmissverständlich wird per Schild darauf hingewiesen ‚Bleiben Sie im Auto sitzen.‘ Nach eingabe meines Bons am Terminal fahre ich in die Anlage. Ich sitze bei geschlossenen Türen und Fenstern und harre der Dinge, die da kommen sollen. Nichts kommt, kein Wasser, keine rotierenden Bürsten. Wie gut, dass ich den Knopf gesehen habe ‚Für Aussteiger!‘ Also im Sprint zu dem Knöpfchen und wieder zurück. Aha, jetzt läuft’s – habe wohl auf dem Terminal noch einen Befehl ‚Für Sitzenbleiber‘ bestätigen müssen. Bin halt von der schnellen Truppe.

Wieder daheim, befördere ich den, diesen Tagesablauf gestalteten Staubsauger auf die Terrasse und beginne das, was eigentlich schon seit Stunden erledigt sein sollte. Bald gibt es dann auch Mittagessen. Natürlich im Freien. Es herrscht eitel Sonnenschein – richtiges Terrassen-Wetter. Auf meinen Mittagsschlaf verzichte ich selten. Seit gestern ist auch meine Psyche nicht mehr gestört. Bei den zur Zeit auf allen Kommunikations-Kanälen erscheinenden Corona-Experten war gestern der bundesdeutsche Ober-Psychiater aktiv mit der Meldung, ‚Wer sich zwischendurch eine kleine Pause gönnt, sollte das ruhig tun. Es gibt keine zusätzlichen psychischen Beschwerden wegen des schlechten Gewissens, ob der Untätigkeit.‘ Mann, bin ich jetzt entspannt.

Am Nachmittag gönne ich mir noch weiteren inneren Frieden und schmeiße mich auf mein derzeitiges Hobby Nummer eins – Video-Produktion. In Arbeit habe ich ein Projekt, vor dem ich mich bisher erfolgreich gedrückt habe. Bei einer Reise vor drei Jahren habe ich den Entschluss gefasst, ein Video aus Digitalbildern und einigen Video-Schnippseln zu produzeren. Mit dem ‚SlideShow Maker‘ erzeuge ich jetzt für einzelne Reiseabschnitte fertige Video-Sequenzen, die dann im Videoschnitt-Programm mit den vorhandenen Video-Schnippseln zusammengeführt werden. Letztendlich soll so aus 1.163 Einzel-Bildern und 34 Überbrückungs-Videos (aus drei verschiedenen Kameras) der fertige Reisefilm entstehen. Gestern war die Sequenz ‚Klaipeda/Palanga‘ als achte Station der Ostsee-Kreuzfahrt dran. Danach war dann Feierabend. Entspannt konnte ich dann beim Glas Rotwein einen meiner vielen eigenen Reisefilme über den Bildschirm flackern lassen.

Und heute? Nee, nee, das ist erst morgen drann, wenn heute gestern heißt.